#4: Weihnachten feiern in der Familie: So klappt es!

Shownotes

Zum gemütlichen Jahresausklang und Weihnachtsfest gibt es Wiener Häferl-Kaffee zum klassischen Beziehungsstrudel. Davon können nämlich die meisten Familien ein Lied singen an den Feiertagen. Und leider klingt das bei vielen nicht nach „O, du Fröhliche!“ und „Stille Nacht, heilige Nacht!“

Doch natürlich weiß der erfahrene Psychotherapeut und Beziehungscoach Dr. Imre Marton Remenyi auch hier Rat und gibt im Gespräch mit Sparringspartnerin Birgit Eschbach gute, schnell umsetzbare Tipps, wie man gut durch diese Zeit kommt.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten & kommen Sie gut durch den Beziehungsstrudel an den Feiertagen & im Neuen Jahr 2026.

Und hören Sie gerne auch in die bisherigen Folgen rein.

Bewerten und abonnieren Sie sehr gerne diesen Podcast. Feedback, Fragen, Themenwünsche zum Thema an: office@remenyi.at

Ihr Experte für Auswege aus dem Beziehungsstrudel: Dr. Imre Marton Remenyi – Psychotherapeut und Coach https://www.viennamanagement.org https://www.leowien.com

Moderation: Birgit Eschbach https://www.linkedin.com/in/studiovenezia/

Dieser Podcast ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company: https://www.studiovenezia.de/

Transkript anzeigen

00:00:09: Willkommen zu Beziehungstrudel in Liebe und Business.

00:00:13: Beziehungen verlaufen selten linear.

00:00:16: Sie drehen und wenden sich und ziehen uns in Dynamiken, in denen wir Orientierung verlieren oder feststecken.

00:00:22: Im Beruf wie im Privatleben.

00:00:24: Hier geht es um die Muster und Kräfte, die sich dahinter verbergen.

00:00:28: Und die Wege raus aus dem Beziehungstrudel hin zu mehr Klarheit, Ruhe und Verbindung.

00:00:41: Willkommen zu Beziehungsstrudeln in Liebe und Business.

00:00:44: Der Gastgeber dieses Podcasts ist Dr.

00:00:47: Imre Remini, Psychotherapeut und Berater und ich bin Birgit Eschbach und begleite diesen Podcast.

00:00:52: Es geht um eine Weihnachtsfolge als Moderatorin.

00:00:56: Bevor wir in das heutige Thema eintauchen, kommt wie immer Imres kleine Einstiegsruppig.

00:01:02: Ja, richtig.

00:01:04: Genau, für Weihnachten, wenn die Familie beisammen ist, eignet sich am besten etwas ganz mildes, sozusagen, und zwar der sogenannte Heferl-Kaffee.

00:01:18: Das ist ein Kaffee, der in einer großen Heferl, wie nennt man so ein Gebinde, so ein Viertel-Liter-Fast ungefähr, also eine große... Kanne ist es nicht, aber es ist doch so ein, naja, ein Gefäß, dass man als Kind zum Beispiel mit der Faust halten kann, als Erwachsener schon auch kräftig halten muss, weil es ja ein Viertel Liter enthält.

00:01:50: Die Hälfte davon ist Filtercafe, die andere Hälfte ist warme Milch.

00:01:57: Und wenn es dann Kinder doch kriegen sollten, dann gibt es halt nur einen Tropfen oder ein ganz weniges Filtercafe und dafür ist das meiste warme Milch.

00:02:10: Also ein Latte Macchiato mit Filtercafe hinein.

00:02:17: Ja super, das klingt schon mal sehr warm und so warm wie Weihnachten ist, aber Weihnachten ist ja nicht nur ein Fest der Liebe, es ist auch ein Fest von Erwartungshaltungen, Traditionen, alte Rollenbilder, alles spielt da rein.

00:02:33: und du hast für diese Folge wieder drei Bindermittel identifiziert, die familiäre Beziehungen, Und ich sage es jetzt auch mal so, auch familiäre Beziehungen, die etwas schwieriger sein können, rund um Weihnachten prägen.

00:02:45: Ja, also das erste Bindemittel ist natürlich die Verwandtschaft.

00:02:52: Es ist üblich, dass man zu diesem Fest nur Verwandte... einlädt und manchmal ist es halt die Gelegenheit, endlich einmal jemanden einzuladen, den man aus der Familie schon lange nicht gesehen hat.

00:03:09: Und es ist vorher auch oft Thema, ja laden wir den Onkel Rudi oder die Tante Hella ein oder lassen wir die mal lieber in Ruhe, weil da gibt es ja immer nur Schwierigkeiten.

00:03:25: Und damit sind wir bei einem Thema, das du ja schon so ganz, ganz satt angedeutet hast, Erwartungen.

00:03:35: Man erwartet sich vom weihnachtlichen Zusammenkommen eines, nämlich Frieden, der berühmte Weihnachtsfriede, der praktisch ein heiliger Friede ist.

00:03:48: Und da werden leider sehr oft die Erwartungen ganz bitter enttäuscht.

00:03:55: Woran liegt das eigentlich, dass wir uns in Familien dann auch so schnell wieder wie früher fühlen, auch an Abende, an Gespräche erinnern, bei denen es dann hoch herging und man sich geärgert hat, was ja dann an Weihnachten noch mal viel schlimmer wird.

00:04:10: Dabei, man geht auch schon mit so einer Erwartungshaltung auf der Seite, die diese Ängste befürchten in den Abend.

00:04:17: Richtig, erstens einmal... sind sehr, sehr viele Befürchtungen da und nur die Kinder, die sind noch offen und freuen sich auf Geschenke und Spielsachen und so.

00:04:32: Aber hier gibt es ein ganz einfaches Prinzip, das wirkt und das ist das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung.

00:04:44: Das heißt, wenn ich hineingehe in diese Ich nenne es jetzt mal ein bisschen pflapsig Veranstaltung.

00:04:52: Mit der Erwartung, auch heute und heuer, das wird wieder furchtbar.

00:04:58: Ja, dann wird es das.

00:05:02: Nützt es nichts, wenn ich allein mit der Erwartung hineingehe, das wird schön, das wird friedlich, das wird nett.

00:05:10: Wenn die anderen mit einer gegenteiligen Erwartung hineingehen, dann siegt einfach die Mehrheit.

00:05:18: Das heißt, ideal wäre es in der Vorbereitung schon mit den Protagonistinnen mit großem Doppelpunkt oder Binneni.

00:05:31: vorbereitende Gespräche zu führen und das findet sehr, sehr selten statt.

00:05:36: Das heißt, es wird erwartet, wir werden dort in Trauter Mehrsamkeit beisammelsitzen und alle werden fröhlich sein oder besinnlich sein.

00:05:48: Wir werden Weihnachtslieder singen, wir werden die Kekse zu uns nehmen mit mehr oder weniger Widerstand.

00:05:56: Und dann gibt es dann noch ein Essen vielleicht, ein traditionelles Essen.

00:06:02: Das war für mich immer eine Qual, weil mein Vater wollte unbedingt Fisch und ich hasse Fisch.

00:06:10: Der berühmte Karpfen?

00:06:11: Ja, genau, der berühmte Karpfen.

00:06:14: Der natürlich auch ein Symbol an sich hat, nämlich die Schuppen bedeuten das Geld, das dann im nächsten Jahr kommen sollte.

00:06:24: Und das heißt, wir sind damit in einem der wesentlichen Bereiche von Weihnachten, es soll die Stimmung, den Frieden für das kommende Jahr herstellen.

00:06:39: Und das geringt oft nicht.

00:06:42: Welche Rolle spielen da auch solche alten Rollenbilder, die wir haben?

00:06:47: Na ja, erstens werden innerhalb dieses Geschehens, und damit sind wir eigentlich bei Bindermittel Nummer zwei, Traditionen reaktiviert.

00:06:59: Das heißt, wenn immer der Vater den Karpfen oder was auch immer zerlegt oder zugeschnitten hat, ja dann wird das seine große Rolle sein.

00:07:16: Ja, wenn der Vater dann irgendwann nicht mehr kannt, zum Beispiel, weil er sich der Demenz nähert, dann ist die große Frage, wer ist das neue Familienoberhaupt, das sich dadurch präsentiert, dass es diese Aktivitäten, die der Vater früher hatte, jetzt auf einmal übernimmt.

00:07:36: Und damit werden ja auch richtig die Weichen gestellt für die Zukunft der Familie.

00:07:44: Du hast ja gerade schon einen tollen Tipp gegeben zu diesem ersten Bindermittel, dass man im Vorfeld miteinander spricht und auch noch einmal sensible, dafür sensibilisiert und das finde ich schon mal einen ganz guten Punkt, weil wenn man es außerhalb des Abends macht und nicht am Abend selber sagt übrigens und denkt nachher dran bitte das nicht und jenes nicht, dann hat die Person, mit der man darüber spricht ja auch Zeit, sich vorzubereiten, das ein bisschen zu reflektieren und auch mit den guten Vorsätzen nicht nur in das neue Jahr zu gehen, sondern auch in den heiligen Abend.

00:08:18: Ja und du sagst Bindermittel Nummer zwei und das schließt ja daran auch schon an.

00:08:21: Du hast gerade die Tradition, dass wer darf den, wer darf den Karpfen zerlegen oder wer darf die ganz präsentieren.

00:08:30: Du das zweite Bindermittel und das ist jetzt ganz schön.

00:08:34: Also mir gefällt das sehr gut.

00:08:35: Ich bin ein großer Freund von Traditionen.

00:08:38: Du sagst, dass zweite Bindermittel sind die Traditionen.

00:08:40: Was macht die einerseits so verbindend und gleichzeitig auch so konfliktreich?

00:08:45: Ja, einerseits sind sie ja verbindend, weil sie Abläufe regeln.

00:08:53: Und weil alle mehr oder weniger wissen, was jetzt zu tun ist, also einen Punkt nach dem anderen.

00:09:03: Wer verteilt die Geschenke?

00:09:04: Das ist schon längst festgelegt.

00:09:07: Wer kümmert sich um den Abwasch?

00:09:12: Das ist leider ein ganz heikles Thema.

00:09:15: Aber auch wer darf zum Beispiel die Kekse?

00:09:20: verteilen.

00:09:21: Wer darf überhaupt den Keksteller reinbringen, weil manchmal haben die Kinder mitgeholfen und das ist ja auch eine Art Tradition.

00:09:30: Die Kinder werden in die Vorbereitung des Festes mit eingebunden.

00:09:36: Sie werden besonders schön angezogen, auch wenn es nur neue Jeans sind und nicht wie vor dreißigvierzig Jahren das Kleidchen mit der Schleife oder Mascher je nachdem.

00:09:48: Und es ist einfach auch meistens die Tradition, wie kleiden wir uns?

00:09:57: Gibt es ein Tischgebet für die Jungen?

00:10:01: Das war etwas, wo die Familie um den Tisch herum saß und ein allen Bekanntes, weil Geübtes kurzes Gebet sprach, um sozusagen den religiösen Charakter dieses Essens auch zu betonen.

00:10:19: Es wird dann eine Tradition, zumindest nicht nur in Österreich, glaube ich, dass die stille Nacht heilige Nacht gesungen oder irgendwie dargebracht, sagen wir mal so, nicht immer ist es ein Gesang.

00:10:36: Na ja, und es ist ja so, es kommen ja mitunter auch, wenn sich Familien zusammenfinden.

00:10:41: Die Schwiegerfamilie kommt dazu, die hat ihre eigenen Tradition.

00:10:44: Wie kann das gelingen, dass man Traditionen auch neu gestaltet ohne Alte zu entwerten?

00:10:51: Ich denke, hier ist es zum Beispiel, du hast die Schwiegerfamilien erwähnt, manche helfen sich damit, dass sie an einem Tag bei der einen Familie feiern und am nächsten Tag bei der anderen und dass dann die jeweilige Tradition mitbefolgt wird.

00:11:09: Zum Beispiel, dass man bei der einen Familie den Fisch ist und bei der anderen die Ganz.

00:11:15: Und das ist ja auch okay.

00:11:18: Und das Spannende ist dann, wenn die Kinder erwachsen werden, ihre eigenen Familien gründen, ob sie dann Traditionen aus ihren Familien mitnehmen oder sich doch trauen, ich sage ganz bewusst trauen, also Mut haben, eigene Traditionen zu entwickeln.

00:11:40: Es ist ganz interessant, dass du sagst, den Mut dazu haben, neue Traditionen zu finden, denn auch das ist ja etwas, was wirklich eine bewusste Entscheidung sein kann, sich zu überlegen, wie wollen wir es jetzt neu machen, wenn es Chancen gibt, eben neue Traditionen reinzubringen.

00:11:56: und das dann auch zu einem Punkt, der möglichst früh ist, damit man Ich sage, man wäre den Anfängen, damit man vielleicht Sachen auch von Anfang an etablieren kann.

00:12:08: Aber auch da gibt es ja häufig Konflikte.

00:12:12: Oder vielleicht auch eine gewisse Nachlässigkeit.

00:12:14: Nach dem Motto, früher war alles so starr.

00:12:16: Und dann musste das um Punkt sechzehn Uhr sein und das um siebzehn Uhr.

00:12:19: Und dann kam nach dem Essen die Feuerzangen wohl.

00:12:22: Und dann hat man gespielt.

00:12:23: Und dieses und jenes.

00:12:24: Wie ist da ein Eindruck?

00:12:25: Liegt es auch so daran, dass sich viele Leute heute von Verpflichtungen und Traditionen... Wer ducken möchten, dass nicht mehr Wert schätzen?

00:12:35: Naja, Traditionen und überhaupt das sogenannte alte Wert zu schätzen, ist zurzeit nicht so wahnsinnig in Mode.

00:12:46: Wir müssen uns klar machen, dass es zwei bis drei Generationen gibt, die wirklich zu kurz gekommen sind.

00:12:55: Was will ich damit sagen?

00:12:57: Sie waren jung in einer Zeit, wo es hieß, die Jungen haben den Mund zu halten, die alten Wissen, wo es langgeht.

00:13:06: Dann waren sie erwachsen in einer Zeit, wo sie einerseits dominante, bis patriarchale Konstruktionen in ihrem, sei es in der Familie, sei es aber auch im Beruf hatten und gleichzeitig aber ihre Kinder... ziemlich heftig rebelliert haben.

00:13:26: Also da konnten sie auch nicht wirklich was sagen.

00:13:29: Und inzwischen sind die Jungen so, dass sie sagen, ihr Alten habt ja keine Ahnung.

00:13:34: Wir Jungen wissen, wo es langgeht.

00:13:37: Mit anderen Worten, das sind so zwei, drei Generationen, die nie dazugekommen sind, das Sagen zu haben.

00:13:47: Außer, sie hatten irgendwelche finanziellen Macht.

00:13:51: Instrumente in der Hand, wo sie einfach bestimmt haben, ich sage, was gemacht wird, weil es ist mein Tisch.

00:14:01: Wie ist es früher?

00:14:03: Solang du deine Füße unter meinen Tisch stellst, wird das gemacht, was ich sage.

00:14:10: Und so diese Machtinstrumente, die ja in Wirklichkeit auch Instrumente der Schwäche waren, weil Es niemand der Mühe wertfand, den anderen einfach zu überzeugen und zu gewinnen.

00:14:25: Zu fragen, was möchtest du, sondern gesagt hat, möchtest du das oder das, was beides Zylla und Tariptis war, weil beides wollte man oft nicht.

00:14:38: Und diese Schwäche, die dann sich versteckte hinter Machtgebärden und Machtspielchen, die ist leider... in vielen Familien noch immer, leider noch immer eine Tradition.

00:14:55: Und du hast ja gerade schon gesagt, also auch mal mit Mut rangehen, neue Traditionen zu entwickeln.

00:15:00: Welchen konkreten Tipp hättest du zum Thema Traditionen ans Bindemittel auch anzusehen?

00:15:05: Hättest du dann noch für die Hörer?

00:15:07: Also ich denke, die Traditionen kann jede Familie nutzen, um ihren Zusammenhalt zu festigen, weil das ist die eigentliche Aufgabe des Weihnachtsfestes Miteinander.

00:15:25: Das Zusammengehörigkeitsgefühl durch die Tradition noch einmal zu bekräftigen, ja, wir sind eine Familie.

00:15:37: Und das ist wahrscheinlich der eigentliche Zweck überhaupt dessen, dass man gemeinsam Weihnachten feiert.

00:15:46: Einmal dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zu erleben.

00:15:50: Ja, wir gehören zusammen.

00:15:53: Wir haben uns alle lieb.

00:15:54: Und was weiß ich, was diese ganzen Ausschmückungen des Weihnachtsfestes und zu Weihnachten.

00:16:03: Das sollten sozusagen die Waffen innerhalb der Familie ruhen.

00:16:08: Das sollte nicht miteinander gestritten werden.

00:16:11: Wir haben uns alle lieb und so weiter.

00:16:14: Und das braucht beim einigen Mitgliedern der Familie, durch andere, die sich dafür verantwortlich fühlen, dass das jetzt wirklich ein schönes Fest wird, sehr viel Überzeugungsarbeit.

00:16:28: Also komm, lass doch die Tante reden.

00:16:32: Du weißt doch, wie sie ist oder den Onkel oder den Papa.

00:16:38: Reg dich doch nicht auf.

00:16:39: Du hast es ja in drei Stunden überstanden und dafür kriegst du vielleicht doch ein schönes Geschenk.

00:16:45: Also komm, malt dich doch zurück.

00:16:49: Lasst doch einmal fünf gerade sein.

00:16:52: Und diese ganzen Einladungen, dieses Organisieren, dieses Beschwichtigen der Emotionen, all das ist... eine Spezialität von Weihnachten, wo ich mich manchmal frage, warum nur zu Weihnachten?

00:17:10: Warum nicht jederzeit?

00:17:12: Und die Familien, die kämpfen da auch sehr um diesen Weihnachtsfrieden.

00:17:20: Was mich jetzt gewundert hat, ist, dass du gesagt hast, Traditionsbindemittel Nummer zwei und Bindemittel Nummer drei sind Rituale.

00:17:26: Und ich glaube, das müssen wir jetzt ein bisschen... aufklären, was diese Unterschiede sind.

00:17:32: Worin unterscheiden sich also Rituale von Traditionen?

00:17:36: Also Rituale sind meistens Dinge, die in der Allgemeinheit getan werden.

00:17:43: Also es gibt zum Beispiel vor jedem Rathaus in Österreich zumindest einen Christbaum.

00:17:50: Der ist beleuchtet, der ist geschmückt.

00:17:54: Es gibt in jeder Pfarrgemeinde, ich war gestern erst dort bei einer Feierlichkeit, dort wird etwas gelesen, dort gibt es selbstgemachte Sachen zu kaufen.

00:18:09: Wer braucht... Fünf-Packen-Seife.

00:18:12: Wer braucht so viel Weihnachtsgebäck?

00:18:15: Alle haben selber gebacken.

00:18:17: Aber dort geht man hin und für den guten Zweck wird einiges, was man nicht wirklich braucht und wo man nachher nicht weiß, wo soll ich denn damit wirklich hin gekauft, weil das...

00:18:32: Da geh ich direkt rein.

00:18:33: Da habe ich einen ganz tollen Tipp.

00:18:36: Verschenken.

00:18:37: Ja, auf diesen schönen Märkten, gerade von den Kirchen, die häufig mit selbstgemachten und zu karitativen Zwecken befüllt sind, da kriegt man wunderbare Geschenke.

00:18:48: und ich darf dir sagen, es ist in Deutschland genauso für die Hörer hier aus dem Norden.

00:18:55: Wir haben das auch mit den Weihnachtsbäumen von den Rathäusern und den Gemeinde Weihnachtsmärkten, also mit den kirchlichen Gemeinde Märkten.

00:19:04: Okay, schau.

00:19:05: Wem soll man das schenken, wenn alle Freunde dort sind?

00:19:08: Ja, Freunde, Nachbarn

00:19:09: alle.

00:19:11: Ja, aber die sind auch alle dort.

00:19:12: Die haben dort auch eingekauft.

00:19:15: Du, in der Tat, in der Tat, da gebe ich dir recht, das ist natürlich auch bei mir schon vorbekommen, dass ich meiner Freundin die Sachen geschenkt habe, die ich von ihr bekommen habe.

00:19:25: Ja, das stimmt.

00:19:26: Ja, man muss sich leider merken, von wem haben wir was gekriegt?

00:19:30: und damit wir es nicht denen wieder zurück... geschenken.

00:19:34: Und das fällt oft schwer, weil es zum Beispiel in keiner Tradition vorgesehen ist, die Geschenke zu beschriften.

00:19:46: Sondern man soll sich das doch gefälligst merken.

00:19:49: Das ist von der Tante, das ist von dem Onkel.

00:19:53: Und das hat dieses Kind gekritzelt und das hat jenes Kind geklebt oder gepappt, wie man in Franken, wo meine Frau aufgewachsen ist, sagt.

00:20:04: Also das macht schon die ersten Schwierigkeiten.

00:20:10: Und in meiner Familie jetzt, also wo ich sozusagen eine Art Familienoberhaupt bin, haben wir die Gewohnheit eingeführt.

00:20:20: Wir schenken einander Zeit.

00:20:24: Wir schenken einander nichts Materielles.

00:20:28: Die Enkelinnen bekommen sowieso, wenn sie was brauchen, einfach gekauft.

00:20:34: Aber und zwar dann können sie es selber aussuchen.

00:20:38: So hat jetzt meine kleinere Enkelin, die ist sechzehn, sich eine Lauf Ausrüstung gewünscht, wir sind also wie ein Sportgeschäft gegangen und da wurde sie komplett von zehn Spitzen bis zu den Haarspitzen ausgerüstet.

00:20:58: und ja also billig war das nicht, aber es war toll ihre Freude darüber zu sehen.

00:21:04: Und

00:21:04: Imre und da könnte ich ja jetzt schon mit dir in die Diskussion wieder einsteigen.

00:21:07: Ja natürlich, tu das doch.

00:21:09: Also das erste ist mal mit wir schenken uns Zeit.

00:21:12: Da gehe ich schon an die Decke, weil wenn ein Mensch mir Zeit schenken muss und das nicht sowieso das ganze Jahr freiwillig macht, dann möchte ich das auch nicht zu Weihnachten als Geschenk haben.

00:21:22: Punkt eins, Punkt zwei, das Argument, wir schenken uns nichts, finde ich so schade.

00:21:26: Ich höre das so oft.

00:21:28: Ja, wir schenken uns dafür.

00:21:29: Ich möchte das nicht auf Kommando machen.

00:21:31: Wir schenken uns dann etwas unter dem Jahr.

00:21:33: Wenn ich irgendwas sehe und an die Person denke, dann schenke ich das unter dem Jahr.

00:21:38: kann man auch alles machen, aber natürlich darf mir jederzeit jeder alles unterjährig schenken.

00:21:43: Aber ich finde es so schön und auch wirklich Sachen, also sich eine Freude zu machen und nicht Sachen zu kaufen, die dann nur unter den Baum gelegt werden und getauscht werden, weil das ist für mich Geldtausch, sondern ich möchte gerne, ich habe da Freude dran, mir zu überlegen, womit kann ich dieser Person zu Weihnachten eine Freude machen?

00:22:02: Und das geht jetzt gar nicht darum, dass man nicht nebenbei noch sagt, ich kann jetzt die Jogging Ausrüstung kaufen, aber alleine in eine Buchhandlung zu gehen und mir zu überlegen, welches Buch für welche Person toll sein könnte.

00:22:14: Ich finde, ich ist ein wunderbares Ritual.

00:22:17: Und ich finde es auch schön, wenn unter dem Baum schön eingepackte Geschenke liegen, von denen man nicht weiß, was drin ist, also wo es eine Überraschung ist.

00:22:24: Und wo ich sehe, da hat sich jemand für mich Gedanken gemacht und versucht, meinen Geschmack zu treffen.

00:22:30: Ich finde, das ist das schönste Ritual überhaupt.

00:22:34: die ich nie verzichten wollen an Weihnachten.

00:22:37: Böse mit mir?

00:22:38: Nein, ich bin überhaupt nicht böse mit dir.

00:22:40: Und das zeigt genau, dass es in verschiedenen Familien unterschiedlich sein kann und auch sein muss.

00:22:49: Weil ich bin zum Beispiel wahnsinnig schwer zu beschenken.

00:22:54: Weil wenn ich etwas will, wenn mir etwas gefällt, dann kaufe ich mir es sofort.

00:22:59: Ich erfülle mir alle meine Wünsche selbst.

00:23:02: Und irgendwann will ich auch nicht mehr die selbstgezeichneten oder gemalten Christbäume oder was weiß ich was haben.

00:23:13: Aber dadurch, dass wir in verschiedenen Orten leben, ist dieses einander Zeitschenken sehr wohl ein Thema, weil es immer auch beinhaltet, eine Reise auf sich zu nehmen, eine Fahrt zu organisieren.

00:23:31: Also das ist etwas anderes, wenn Familien am gleichen Ort sind, wie du es vielleicht beschreibst.

00:23:38: Und bei mir zum Beispiel, und ich glaube, das ist ein sehr häufiges Phänomen, dass zum Beispiel Kinder, also der Nachwuchs in anderen Städten studiert.

00:23:51: Absolut.

00:23:52: Und es ist auch das mit den Zeitschenken oder auch... Veranstaltungen schenken.

00:23:56: Das ist ja auch sehr, sehr beliebt.

00:23:57: Also man sieht, dass ja die Kassen an den Ticket-Countern sind voll.

00:24:01: Die Veranstaltungen im Januar, egal ob Kabarett, Theater, Opera, Musical, die sind alle ausgebucht, weil jeder auf diese Idee kommt zu sagen, komm, wir schenken uns Zeit.

00:24:12: Geht bei mir direkt die nächste Diskussion los.

00:24:15: Ich finde das mal so schade.

00:24:17: Zeit heißt für mich Zeit.

00:24:19: Und nicht wir zwei gucken nach vorne auf eine Bühne und lassen uns beschallen.

00:24:23: Richtig, genau.

00:24:25: Ich finde

00:24:25: das sehr, sehr picky.

00:24:27: Ja, nein, aber das hat doch... eine, wenn du so willst, politische Note.

00:24:34: Es gibt Familien, die gerade diesen zu Weihnachten verordneten Konsum verweigern.

00:24:43: Ganz bewusst.

00:24:44: Und zu denen zählen wir uns.

00:24:47: Meine Frau hatte immer schon einen rebellischen Geist und ich eigentlich auch.

00:24:53: Und justament verbringen wir die Feiertage anders, als das in irgendeiner Zeit schlicht oder sonstwo propagiert wird.

00:25:03: Deshalb verweigern wir den Kaufrausch.

00:25:06: Wir sehen die Massen, die Kaufhäuser stürmen, wo nicht gleich in meiner großen Geschäftsstraße, der Maria Hilferstraße.

00:25:16: Und da rennen Leute mit... Paketen beladen durch die Gegend und ich denke, ich will nur von der U-Bahn nach Hause und muss mich da durchkämpfen.

00:25:29: Trotzdem, und kommen wir zu den allgemeinen bekannten typischen und untypischen Familien.

00:25:37: Alle haben auf ihre eigene Art ihre Traditionen.

00:25:42: Das heißt, wir zum Beispiel machen unseren Weihnachtsbaum möglichst mit Naturbehang.

00:25:51: Es gibt andere Familien, die machen dort Plastik und was weiß ich, was alles drauf.

00:25:58: Bei uns gibt es auf dem Weihnachtsbaum keine Schokolade.

00:26:01: Andere sind mit Süßigkeiten eine Zeit lang zumindest überladen, bis sich die Kinder da so richtig herangemacht haben.

00:26:10: Diese fünf vertefelschen Schokolade mit dem goldenen Bandrum herum, die so aufgestapelt sind, das fand ich immer eine großartige Weihnachts-Dekoration, Weihnachtsbaum-Dekoration.

00:26:21: Ja, wir haben jetzt zum Beispiel beschlossen mit meiner Gattin gemeinsam.

00:26:26: Wir haben ein neues Haus gebaut und da steht, ist oben auf einem Berg.

00:26:32: Und wir haben einen Weihnachtsbaum so stehen lassen für uns, der ist dort angewachsen, dass wir vom Haus so Stücke im Plan abgeschnitten haben, damit der Baum stehenbleiben kann.

00:26:47: Auch toll.

00:26:48: Tolle Idee.

00:26:49: Ja.

00:26:49: Und dann ist der Baum Teil des Hausplans.

00:26:54: Und wurde den Architekten ein ganz junges und exzellentes Architekten, behalblichens.

00:27:01: vorgegeben, der Baum ist quasi Teil des Planes gehört dazu.

00:27:09: Wir haben unseren Weihnachtsbaum also das ganze Jahr über und wir überlegen noch.

00:27:16: und da überlegen wir noch in aller Ruhe, weil wir haben ja noch fast drei Wochen Zeit.

00:27:21: Wie soll der geschmückt werden mit echten Kerzen?

00:27:25: oder ist das nicht vielleicht auch ein bisschen zu gefährlich noch dazu neben einem Holzhaus?

00:27:30: oder was hängen wir hin, in dem Wissen, dass es nicht Kinder nehmen, sondern die Rehe und die Eichkätzchen und der Hase, der gerade heran gestern vorbeigeoppelt ist.

00:27:44: Also das sind unsere eigenen neu gemachten Traditionen, durch die Gegebenheiten des Lebens- und nicht-zusammen-Lebens- und dadurch des Zusammenkommens.

00:28:00: Ja, sehr schön.

00:28:00: Wenn ich jetzt sage,

00:28:01: Zeit schenken, dann heißt das, wir nehmen uns die Zeit, zusammenzukommen.

00:28:08: und miteinander ja auch zu essen, aber einander ein bisschen zu erzählen, wie war das ja, was hat gut funktioniert, was waren die Erfolge?

00:28:20: und was muss sich nächstes Jahr vielleicht verändern, vielleicht bessern.

00:28:27: Und ich will nicht schon jetzt zu meinen Anleitungen und Tipps kommen, weil ich hoffe, dass wir noch ein bisschen Zeit haben.

00:28:38: um in aller Ruhe einmal unseren Struder mit dem Hefaltcafé ein bisschen zu genießen.

00:28:47: Gerne, da würde ich nämlich gerne noch mal reingehen in diese Rituale.

00:28:50: Jetzt noch mal in die Abgrenzung zu den Traditionen.

00:28:54: Denn Rituale geben ja sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein Gefühl von Stabilität.

00:29:00: Jetzt mal aus deiner Forscher sich gesehen, warum ist das so und warum sind diese Rituale dadurch auch so ein starkes Bindermittel?

00:29:07: Was passiert da?

00:29:08: Also gut, ich komme jetzt in die wissenschaftliche Psychologie kurz hinein.

00:29:15: Und zwar haben wir Menschen drei psychische Grundbedürfnisse.

00:29:21: Also denke jetzt nicht an die maßlose Bedürfnispyramide, die verbreitet ist.

00:29:27: Ja.

00:29:28: Wo man fünf Ebenen hat und der liebe Maßlo hatte am Ende, neunzehntsiebzig, wo er die letzte aufgeschrieben hat.

00:29:38: Fünfzehn Stufen, aber die sind wahrscheinlich zu schwer zu merken.

00:29:43: Also verwenden wir heute noch das Modell mit den fünf Stufen aus dem Jahr twohundfünfzig.

00:29:50: Aber hier geht es um psychische Grundbedürfnisse und die sind drei.

00:29:56: Erstens Klarheit.

00:30:00: Ich lasse die lateinischen Begriffe weg.

00:30:03: Klarheit, ich will wissen, Wo bin ich gerade?

00:30:08: Was wird von mir erwartet?

00:30:11: Was kann ich tun?

00:30:12: Und was darf ich nicht tun?

00:30:15: Und wo geht der Weg hin?

00:30:18: Also was kommt dann und was kommt dann und was kommt dann?

00:30:22: Diese Klarheit.

00:30:24: Wenn ich sie nicht habe, dann heißt der Zustand, ich bin im psychischen Nebel.

00:30:30: Hab keine Ahnung, keine Orientierung.

00:30:33: Das zweite Grundbedürfnis ist Zusammengehörigkeit oder Zugehörigkeit.

00:30:41: Das heißt, der Mensch ist keine Insel, der Mensch ist ein soziales Wesen und deshalb brauchen wir nicht nur einen Menschen, sondern eine Gruppe, auch zu der wir uns zugehörig fühlen.

00:30:57: Dieses Gefühl soll zu Weihnachten die Familie bieten.

00:31:02: tut sie mit, ja es kommt.

00:31:04: die Verwandtschaft, also das Blut, wenn du so willst, ist ein Bindemittel und die Traditionen, die wir gemeinsam pflegen und innerhalb der Traditionen pflegen wir ganz bestimmte Rituale, die alle kennen, wo sich jeder auskennt, wo jeder weiß, wann er, wann sie was zu tun hat.

00:31:29: Es geht hauptsächlich um diese quasi festgestalternden Abläufe, also um die Choreografie, die jeder kennt.

00:31:40: In das

00:31:40: dritte Grundbedürfnis, das scheint ein Gegensatz zu sein, ist es aber nicht, das ist die Autonomie, die Selbstbestimmung.

00:31:50: Das heißt, ich möchte selber entscheiden können, Das ist heute schon, Gott sei Dank, möglich, was ich mir zu Weihnachten anziehe, welche Schuhe ich trage und so weiter.

00:32:04: Denke an die Fotos von vor hundert Jahren, wie die Leute alle nach einem bestimmten Strickmuster gekleidet waren.

00:32:14: Der Gegenteil von Autonomie ist, ich lebe im Zwang.

00:32:20: Das heißt,

00:32:21: ich darf

00:32:21: nicht selber machen.

00:32:23: Und das ist dann

00:32:24: wahrscheinlich das Geheimnis, dass man halt zwar die Rituale schafft, behält, aber sie von Zwängen befreit.

00:32:29: Ist das richtig?

00:32:31: Richtig.

00:32:32: Und es muss noch nachtragen, das Gegenteil von der Zugehörigkeit, das ist die Isolation.

00:32:39: Und das wird in vielen Regimes als Folter eingesetzt.

00:32:45: Die Isolation.

00:32:46: Wir halten es nicht aus.

00:32:48: Alle diese Mangelzustände, also Nebel, Isolation und Zwang, haben das gleiche Ergebnis in unserem Empfinden, die Angst.

00:33:02: Und wenn wir in diese Angst drüber stecken, dann kommen so genannte Panikreaktionen.

00:33:10: Das heißt, entweder ist das aktiv, tun wir was egal, was wir tun haben, dass wir tun was, es kommt der Aktionismus.

00:33:19: Oder halten wir schön still, dann wird uns jemand bemerken, dass sich diese Todstellen oder im ersten Fall die Katatonie, wo man wirklich erstarrt und nicht mehr raus kann.

00:33:33: Und gegen all diese Furchtbahnzustände sollte... Die Familie ein Hilfsmittel, ein Rettungsmittel sein, was sie oft leider nicht schafft, weil es nicht gelingt, das zu bekommen, wonach sich im Grund jeder Mensch sehnt, die sogenannte bedingungslose Liebe.

00:34:01: Ja, das ist sehr schön.

00:34:02: Das ist sehr schön.

00:34:05: Und Imre, ich finde es auch so schade, das nämlich auch zunehmend war, dass Weihnachten auch in immer kleineren Kreisen gefeiert wird.

00:34:11: So nach dem Motto jetzt hier die Kernfamilie.

00:34:14: Und das muss dann auch reichen.

00:34:16: Und zweite und dritte Tag wollen wir unsere Ruhe haben.

00:34:19: Und die Alterseinsamkeit, die ist so relevant.

00:34:23: Und ich finde es einfach schön, du hast vorhin von Tanten und Onkeln gesprochen.

00:34:27: Ich finde es einfach schön, sich an Weihnachten ganz besonders an Weihnachten auch zu überlegen, hey.

00:34:33: Wer ist denn dann noch?

00:34:34: Und wer würde sich denn freuen?

00:34:35: Und wer wäre gerne mal dabei?

00:34:37: Und wer kocht sich vielleicht selber keinen Karpfen und genießt auch so ein Festessen?

00:34:43: und dann die Türen wieder aufzuhalten und vielleicht auch sich die Mühe zu machen, die eine Tante abzuholen und wieder nach Hause zu fahren oder ein Bett aufzuschlagen.

00:34:53: Das finde ich schon auch einen wichtigen Punkt, der zu dem Thema, wie kann Familie gelingen?

00:35:02: Dazu gehört und im übrigen ist es häufig so, dass wenn ein größerer Familienkreis zusammenkommt, dann sind diese Streitigkeit oder Ärgereien über diesen einen Onkel, der immer schräg ist, gar nicht so schlimm, weil es wird von vielen aufgefangen und viele plaudern und zählen durcheinander.

00:35:22: Und das ist in meinen Augen auch ein Tipp.

00:35:27: Feiert größer, macht die Türe auf und ja.

00:35:31: dass die einen einen Teil haben.

00:35:33: Es ist eine wunderbare Gelegenheit, wie du es sagst, die Türen aufzumachen und Verwandte hereinzuholen, die eigentlich das ganze Jahr über vernachlässigt oder unbeachtet geblieben sind.

00:35:49: Weil das Gegenteil eben dieses Zugehörens ist, die Isolation ist, dass sich niemand um einen kümmert.

00:35:59: Umgekehrt gilt es heutzutage nicht mehr, was vielleicht vor fünfzig oder hundert Jahre angegolten hat, dass die alten Anspruch haben von den Kindern versorgt und vielleicht sogar hier emotional gepflegt zu werden, sondern das wäre ein anderes Thema.

00:36:24: Es wird erwartet, dass Menschen für sich selber ihre kleinen oder größeren Freundeskreise schaffen, die bis ins hohe Alter bestehen und die Menschen In einer anderen Form der Zugehörigkeit stützen, stärken und die Familien, die oft auch überfordert werden, entlasten.

00:36:51: Weil in dieser Zeit, die wir erleben, müssen oft beide Elternteile arbeiten gehen und haben noch die Plage mit den Kindern, die vielleicht klein sind, vielleicht größer sind, aber immer ihre Themen mit sich mitbringen und haben keine Energie mehr für die Eltern.

00:37:12: Dass das schade ist, das ist unzweifelhaft.

00:37:15: Aber andererseits, es ist eine Tatsache, die wir immer stärker beobachten.

00:37:21: Und die Erwartungen, wer kommt zu wem?

00:37:25: Wer kümmert sich um wen?

00:37:28: Wer setzt den ersten Schritt?

00:37:31: Die sind sehr groß.

00:37:33: Und die Beleidigung, wenn das Schritt nicht kommt von dem anderen, die kann wirklich dann sich verfestigen zu einer Familientradition des Ausschlusses.

00:37:45: Also den laden wir aber nicht mehr ein.

00:37:47: Ja, und ich finde, dass ich auch das nämlich so war.

00:37:50: Es gibt jetzt gerade ja ganz viele Podcast-Folgen rund um dieses Thema, die wir haben.

00:37:55: Wie wird Weihnachten gefeiert?

00:37:57: Welche Rituale?

00:37:57: Welche Ängste?

00:37:58: Welche Schwierigkeiten kommen aufeinander zu?

00:38:00: Ganz klar, wenn da schlimme Sachen passiert sind, muss ich mich mit Menschen nicht an Tisch setzen.

00:38:04: Ist überhaupt kein Thema.

00:38:06: Aber ich finde es auch ansonsten immer so ein bisschen sehr selbstzentriert, sich so Gedanken rutsch machen, wie möchte ich diese Tage gestalten?

00:38:13: Hey, ich kann dreihundert, vierundsechzig Tage im Jahr für mich gestalten und optimieren und einfach auch mal an Weihnachten, an andere denken.

00:38:22: und ja.

00:38:24: Ja, das wäre ein schöner Zugang und ich danke dir.

00:38:29: dass du da so diese Hölzchen legst.

00:38:31: Ich bin da etwas radikal möglicherweise.

00:38:34: Nein, überhaupt nicht.

00:38:36: Ich finde es nicht.

00:38:37: Aber das Mindeste in einer Familie, egal wie groß oder klein sie ist, ist, dass zumindest das Paar oder die Paare zusammenkommen und sagen, nicht wie möchte ich, sondern wie wollen wir?

00:38:56: dieses Wir zu betonen, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, statt gleich mit Ultimatens zum Beispiel in diese Gespräche hineinzugehen.

00:39:08: Also auch so ein Wir kann ja bedeuten, wir möchten den Heiligabend getrennt verbringen bei unseren jeweiligen Familien, wenn die nicht alle in denselben Orten sind.

00:39:17: Auch das kann ja eine Vierentscheidung sein.

00:39:19: Also ich finde, da ist ja alles möglich.

00:39:22: Das hätte ich durch das Vier nur vorgegeben, wie es bitte schön zu sein hat.

00:39:25: Oder dass alles gemeinsam gemacht werden muss.

00:39:27: Ich habe vollstes Verständnis auch dafür, wenn allein durch Räumlichgegebenheiten, durch Situationen, die vielleicht wichtig sind.

00:39:36: Du weißt nicht, wie lange du deine Eltern noch siehst, wie lange du noch mit ihnen feiern kannst.

00:39:40: Du sagst mir, ist das wichtig, dass ich Heiligabend bei meinen Eltern bin.

00:39:44: Also ich bin neunfünfzig und kann das... war meine Mutter ja leider vor neun Jahren verloren.

00:39:51: Ich habe Halligabend immer mit meinen Eltern verbracht, weil mir das das Wichtigste war.

00:39:56: Ja.

00:39:57: Gut, aber wir kommen jetzt mal weg wieder von mir.

00:39:59: Das ist mir gerade ein

00:40:00: bisschen... Nein, nein, aber es kann sogar sein, dass diese Einigung bedeutet, ein Jahr feiern wir da und die nächsten Jahr feiern wir dort.

00:40:11: Genau.

00:40:11: Also all das kann eingebaut werden.

00:40:15: Und das ist das entscheidende Geschichte.

00:40:19: Es darf aus meiner Sicht nicht ein... Diktat sein, sondern es sollte am besten

00:40:27: auch

00:40:27: vernünftig ausgehandelt eine Vereinbarung sein.

00:40:31: Machen wir es doch heuer so und nächstes Jahr machen wir es anders.

00:40:36: Das kann sein sogar das... Wir sagen, okay, wir gestalten heuer und ihr akzeptiert unseren Zugang.

00:40:45: Und nächstes Jahr gestaltet ihr und wir richten uns nach

00:40:49: euch.

00:40:50: Ja, sehr schön.

00:40:51: Aber

00:40:52: dieses einerseits jemand übernimmt Verantwortung und andererseits jemand anderer passt sich an.

00:40:59: Es ist ja nur für dieses eine Fest.

00:41:03: Und da ist es halt vielleicht geboten, den Ego.

00:41:08: ein bisschen zurückzuhalten in ein Wir und in ein... Ja, es soll Friede sein.

00:41:17: So ist das und das ist ein schöner Wunsch, ein schöner Ziel.

00:41:22: Das wünschen wir allen.

00:41:24: Wir sind noch nicht fertig mit unserem Podcast, aber das wünschen wir schon mal allen.

00:41:28: Du hast jetzt noch einen Praxistipp mitgebracht.

00:41:31: Ich habe einen Tipp mitgebracht und auch eine Anleitung.

00:41:38: und sogar noch die hohe Schule für diejenigen, die das wirklich exklusiv machen wollen.

00:41:47: Dann starten wir doch mal mit dem Tipp.

00:41:49: Tipp Tandarata, vermeiden Sie heikle Themen.

00:41:55: Das Ziel des Treffens ist die Festigung der Zusammengehörigkeitsgefühle durch das Ritual und die Traditionen und nicht die Klärung von Konflikten.

00:42:08: Das gehört woanders hin.

00:42:11: Je nachdem wie die Konflikte liegen, sollten diejenigen, die beteiligt sind, zusammenkommen und das miteinander regeln oder sich Hilfe suchen.

00:42:24: Wir haben ja schon in den anderen Podcasts.

00:42:28: wo es um diesen Strudel ging, das Thema des Coachings, das Thema der Beratung angesprochen.

00:42:37: Warum nicht einfach in eine Beratung gehen und sagen, wir haben ein so ein großes Problem?

00:42:44: können sie uns nicht helfen, dass wir miteinander reden können.

00:42:48: Ich habe diese Aufträge ständig.

00:42:50: Ich habe Studierende, die bei mir ihre Einzelsel-Selbsterfahrung machen und die wissen, sie können Verwandte, Partner, Partnerinnen mitbringen.

00:43:02: Und das tun sie sehr oft.

00:43:04: Ich hatte schon Mutter und Tochter.

00:43:07: Mutter und Sohn, drei Geschwister, die sich Sorgen machten, um die Eltern und, und, und, alles war schon da.

00:43:16: Ein junger Mann hat sich nicht getraut, seinen Eltern eine wichtige Mitteilung zu machen.

00:43:23: Okay, die Eltern wurden eingeladen in den Therapieraum und der junge Mann hat dort Bibernd und Zitternd, aber doch mit der Stärkung des Therapeuten im Rücken.

00:43:35: seine Botschaft endlich angebracht.

00:43:38: Ich will nicht Jurist werden.

00:43:40: Also das war für die Eltern ein Schock, weil die waren selbstverständlich davon ausgegangen.

00:43:46: Nur als Beispiel.

00:43:48: Nur als Beispiel.

00:43:48: Und wir haben ein schönes Beispiel.

00:43:50: Auch gut, dass du noch mal sagst, dass dieses Hilfeangebot besteht.

00:43:54: In den Shownots sind deine Kontaktdaten, egal ob vorher noch mal so einen weiteren Tipp speziell für die Person, die sich bei dir meldet oder auch im Nachgang.

00:44:03: Wie gehen wir jetzt damit um?

00:44:04: Wie schaffe ich den Jahreswechsel mit einer guten Stimmung?

00:44:07: Kann man sich sehr gerne an dich wenden.

00:44:09: Du hast

00:44:11: noch eine Miniübung mitgebracht.

00:44:14: Ja, und zwar wenn sie Liebe Zuhörerinnen, liebe Zuhörer, in irgendeiner Weise die Möglichkeit haben, ein bisschen Einfluss auf die Gespräche am runden oder eckigen Tisch zu nehmen, dann fragen Sie doch die Anwesenden nach Ihren Vorhaben für das kommende Jahr.

00:44:40: Und achten Sie bitte darauf, dass jede Person, egal welchen Alters, zu Wort kommt.

00:44:48: aussprechen darf und nicht bewertet oder kritisiert wird.

00:44:55: Das heißt, diese ehrliche, offene Frage, was hast du für das nächste Jahr dir denn vorgenommen?

00:45:05: Und das einfach sich anzuhören und nicht bleiben, was so ein Blödsinn oder toll interessant, sondern einfach Aha, das ist dein Plan für das kommende Jahr.

00:45:18: Und je nach Familien Traditionen jetzt wieder, kann man mit der ältesten Person beginnen oder mit der jüngsten Person beginnen, zum Beispiel.

00:45:31: Ja, oder am Tischreihe umgehen, auch das ginge ja.

00:45:34: Auch

00:45:34: das ginge ja.

00:45:35: So, ich mache das meistens im Urzeigersinn runter.

00:45:38: Und weil ich es angekündigt habe, die hohe Schule, wenn sie gehört haben, dass die Person xy ein bestimmtes Vorhaben hat, könnten sie diese Person auch noch fragen, sag mal, was könnte die Familie tun, um dich dabei zu unterstützen?

00:46:07: Und das ist ein Angebot, dass Hilfe kommen könnte.

00:46:13: Nicht muss, nicht garantiert, aber wir interessieren uns oder ich interessiere mich dafür, was du da an Hilfe benötigen gebrauchen haben wollen könntest.

00:46:29: Imre, ich finde das ein ganz toller Tipp.

00:46:31: Du hast den ja auch schon in der vorherigen Folge, als wir uns über Führung unterhalten haben angebracht.

00:46:37: Und ich finde, wenn das grundsätzlich mal in unsere Kommunikation hinein kommen kann, sich also zu erkundigen, was der andere vorhat und dann anzubieten, kann mit einer Wehfrage, mit einer offenen Frage, was kann ich machen, was können wir machen, um zu diesem Gelingen beizutragen.

00:46:57: Großartiger Pro-Tipp von dir für den Profis.

00:47:02: Ja klar, weil schon mit diesen drei schritten.

00:47:07: Erstens, dass sie heikle Themen vermeiden.

00:47:10: Ich wiederhole es ganz kurz.

00:47:12: Zweitens, dass sie einmal die armen Wesenden alle sozusagen auf die Bühne holen.

00:47:19: Jetzt wünschen die nicht aufstehen und da irgendwo auf einer echten Bühne stehen.

00:47:24: Aber sie bekommen ein bisschen Aufmerksamkeit und können kurz sagen, was ihre Pläne sind, was sie sich für das kommende Jahr vorgenommen haben.

00:47:35: Und wenn Sie dann noch fragen, was die Familie für diese Person tun kann, mehr können Sie für Ihre Familie nicht tun, zu Weihnachten oder auch sonst wo?

00:47:46: Immer großartig.

00:47:49: Und ja, das war auch schon Folge vier vom Beziehungsstrudel.

00:47:52: Heute ging es um Weihnachten und darum wie Verwandtschaft, Traditionen und Rituale, familiäre Beziehungen formen.

00:48:01: Und wir haben auch gelernt, Konflikte müssen nicht an Weihnachten gelöst werden, Gemeinschaft hingegen schon.

00:48:07: Imre, ich wünsche dir und deiner Familie eine gesegnete Weihnacht.

00:48:11: Liebe Birgitt, das wünsche ich dir auch und allen unseren Hörerinnen und Hörern und ihren Familien.

00:48:18: Genießen Sie das Weihnachtsfest, lassen Sie es möglichst friedlich.

00:48:24: auf sich selber wirken und haben sie gleichzeitig den Mut, es so zu gestalten, wie es für sie und ihre unmittelbare Familie passt.

00:48:36: Dazu wünsche ich Ihnen alles alles Gute und wenn das gut klappt, dann startet auch schon das nächste Jahr mit wirklich guten Schritten.

00:48:55: Danke, dass Sie heute dabei waren bei Beziehungsstrudel in Liebe und Business.

00:49:00: Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine positive Bewertung und wenn Sie den Podcast abonnieren.

00:49:06: So verpassen Sie keine neue Episode.

00:49:09: In der nächsten Folge tauchen wir wieder ein in die Muster, die unser Leben prägen und aufwirbeln.

00:49:14: Bis dahin, bleiben Sie achtsam und verbunden und kommen Sie gut durch Ihre eigenen Beziehungsstrudel.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.