#1 Die drei stärksten Bindemittel im Business: Vertrauen, Anerkennung und Respekt
Shownotes
Beziehungsstrudel trifft Melange – so heißt der Cappuccino im Wiener Kaffeehaus. Dort sprechen Psychotherapeut Dr. Imre Marton Remenyi und Moderatorin Birgit Eschbach über Beziehungsgeflechte im Business, die Verantwortung von Führungskräften, gute Personalgespräche und die drei zentralen Bindemittel für erfolgreiche Beziehungen im Arbeitskontext: Vertrauen, Anerkennung und Respekt. Die beiden beleuchten, wie diese Elemente in Kommunikation und Führung ineinandergreifen und welche Rolle sie in Krisensituationen spielen. Darüber hinaus gibt der Experte für Beziehungen wertvolle Tipps, denn jeder Beziehungsstrudel lässt sich auch wieder entwirren.
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Ihr Experte für Auswege aus dem Beziehungsstrudel: Dr. Imre Márton Reményi – Psychotherapeut und Coach https://www.viennamanagement.org https://www.leowien.com
Moderation: Birgit Eschbach https://www.linkedin.com/in/studiovenezia/
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Transkript anzeigen
00:00:09: Willkommen zu Beziehungsstrudel in Liebe und Business.
00:00:13: Beziehungen
00:00:14: verlaufen
00:00:14: selten linear.
00:00:16: Sie drehen und wenden sich und ziehen uns in Dynamiken, in denen wir Orientierung verlieren oder feststecken.
00:00:22: Im Beruf wie im Privatleben.
00:00:24: Hier geht es um die
00:00:25: Muster und
00:00:25: Kräfte, die sich dahinter verbergen.
00:00:28: Und die Wege raus aus dem Beziehungsstrudel.
00:00:30: Hin zum Erklarheit, Ruhe und Verbindung.
00:00:41: Willkommen zu Beziehungsstrudel in Liebe und Business.
00:00:45: Der Gastgeber dieses Podcasts, Dr.
00:00:47: Imre Remeni, Psychotherapeut und Berater und ich, Birgit Eschbach, begleite ihn als Moderatorin bei diesem Podcast.
00:00:54: Wir zwei, wir freuen uns riesig, dass es losgeht mit diesem tollen neuen Podcastformat.
00:01:01: Ja, ich freue mich auch wahnsinnig.
00:01:03: Und vor allem mit dir bir geht mir das sicher eine ganz, ganz tolle Sache.
00:01:08: Das wird toll.
00:01:09: Und das ist der erste Podcast, der jetzt aus Wien kommt.
00:01:13: Und das passt auch wunderbar zu dem Begriff Beziehungsstrudeln, oder?
00:01:17: Ja, ganz großartig, weil wir uns ja unter einem Strudel nicht irgendein im Wasser befindliches Phänomen vorstellen.
00:01:25: Nein, aber uns
00:01:26: ist ein Strudel
00:01:27: süß.
00:01:28: Ja, der ist süß.
00:01:29: Der liegt auf dem Teller.
00:01:31: uns.
00:01:32: Und dazu trinken wir heute einen Cappuccino, sagen wir manchmal dazu.
00:01:39: Allerdings in Wien nennen wir es eine Melange.
00:01:43: Ach, das ist wunderbar.
00:01:44: Und ich finde, das ist ein schöner Einstieg in dieses Gespräch, dass wir unseren Hörern direkt anbieten, es uns gleich zu tun.
00:01:52: Man muss ehrlich sein, wir haben jetzt keinen Beziehungsstrudel auf dem Tisch.
00:01:56: Ihr könnt euch entspannen.
00:01:57: Ihr werdet keine Schmatz- und Essgeräusche hören.
00:01:59: Aber in Cappuccino haben wir uns beide gemacht.
00:02:02: Und Imre, du sagst, kommen wir doch gleich mal dazu.
00:02:05: Du sagst bei uns, heißt das Melange?
00:02:07: Nein, das ist einfach eine Melange, eine Mischung.
00:02:12: Es wird Kaffee gemischt mit Milch und zwar mit geschäumter Milch.
00:02:17: Oder manche tun sich auch Schlagobers drauf.
00:02:22: Bei euch heißt das, glaube ich, Sahne, nicht?
00:02:25: Bei
00:02:25: uns heißt das Sahne.
00:02:26: Und wenn mich jemand fragt, ob ich meinen Cappuccino mit Milch oder Sahne trinken möchte, dann weiß ich, ich fluchtartig das Lokal war, dann weiß ich, ich bin auf gar keinen Fall bei einem echten.
00:02:38: Bei einem echten Capuchino-Experten.
00:02:42: Nun, diese Themen sind natürlich in einem Unternehmen nicht so häufig Inhalt des Beziehungsstrudels, sondern da geht es mehr darum, was ist in den Teig?
00:02:56: Also, dass Unternehmen, dass das Ganze zusammenhält, so drinnen.
00:03:02: Und für uns wichtig, damals, sind Führungskräfte.
00:03:07: Mitarbeiter und die Verbindung zwischen den beiden Teilen auch sozusagen in der Melange der beiden als Verbindung jetzt nicht Milch, sondern Kommunikation.
00:03:23: Naja, sehr gut, sehr gut, sehr gut.
00:03:25: Und das passt auch so gut zu dem Wort Beziehungsstrudel, denn Beziehungen sind ja auch nie linear.
00:03:30: Die drehen sich, die ziehen, die verwirbeln, also auch wie so ein guter Strudel.
00:03:35: Und manchmal... Manchmal geht das ja langsam und kaum spürbar und manchmal einfach so mit voller Wucht.
00:03:41: Naja, das wäre dann zum Beispiel in einem Strudel, einem richtigen, zum Beispiel Apfelstrudel.
00:03:49: Da sind ja auch manchmal vielleicht Kerne drin angeblieben oder manchmal so kleine Nelken, Gewürznelken und man beißt drauf.
00:04:01: All das kann passieren.
00:04:03: Und dann haben wir Wenn du so willst, unsere Fehlerquellen im Beziehungsstrudel im Unternehmen.
00:04:13: Das haben wir uns, lieber Hörer, wir werden das nicht über Strapazieren mit den Bildern TV hier entwerfen.
00:04:18: Aber wir hatten selbst bei der Entwicklung des Podcasts und bei der Auswahl des Namen so viel Spaß mit dem Wort Strudel.
00:04:26: Ihr merkt das schon.
00:04:27: Und ich glaube auch, Wir werden gleich darüber sprechen, dass diese Kerne und Nelken auch so Muster sein können, denen wir feststecken.
00:04:35: Und ich glaube, ich glaube, damit haben wir jetzt das Bild ausreichend,
00:04:41: ausreichend
00:04:42: interpretiert, oder?
00:04:43: Ja, ich meine, wir könnten noch weiter tun und sagen, wie was sind denn in übertragenen Sinn diese Nelken und Kerne?
00:04:55: Und dann kommen wir sehr schnell darauf.
00:04:58: Kommunikation ist ein Hund.
00:05:02: Kommunikation
00:05:02: ist ein
00:05:03: Hund?
00:05:04: Okay.
00:05:05: Und da ist der Hund auch drinnen begraben oft, weil sie nicht so funktioniert, wie wir sie gern hätten.
00:05:14: Allein schon wir zwei sind ja, wie heißt das so schön, zwei Nachbarn getrennt durch die gemeinsame Sprache.
00:05:25: Ja, wir sind Österreicher und Ostfriesen, aber ich bin im Herzen Rheinländerin, aber Trist, dem sind wir getrennt, ja.
00:05:34: Ja,
00:05:34: und das heißt, dass wir manche Begriffe anders verwenden oder manche Namen zum Beispiel, ob du auf einem Stuhl oder auf einem Sessel sitzt.
00:05:47: Das macht in Österreich einen anderen Unterschied.
00:05:51: Ein Stuhl bei uns ist einfach ein Stuhl, auf dem man sitzt.
00:05:57: Vier Beine und eine Fläche, vielleicht noch eine Rückendäne.
00:06:01: Und ein Sessel ist genau dasselbe.
00:06:04: wenn du nicht einen Lehnstuhl hast, wo du dich anlehnen kannst, wo du deine Arme auf der Seite drauflegen kannst und tatsächlich lehnen kannst.
00:06:21: Schau an, bei uns ist der Sessel etwas, aus dem du nie mehr aufstehen möchtest, wo dein Buch nebenlegt, der große Ohren hat, in die du dich anschmiegen kannst.
00:06:33: Ja, das wäre bei uns ein Foto.
00:06:36: Und du siehst, wir leihen uns immer wieder gerne französische Begriffe aus, aber das ist noch ein Rest aus der Monarchie, wo ja die offizielle Sprache der Diplomatie französisch war.
00:06:53: Wir haben also eine Melange, wir haben ein Foto.
00:07:01: Wir haben auch eine Chais-Long, zum Beispiel, in Dien-Ganz-Long-Salop Chais-Long genannt.
00:07:11: Und da kann die Rheinländerin andocken, weil auch wir französische Zeiten hatten und von den Fisse Matentchen angefangen.
00:07:21: Über die Chais-Long, von der du gerade gesprochen hast, gibt es da viele Parallelen, auch in unserer Sprache.
00:07:26: Ja,
00:07:27: sehr schön.
00:07:28: Wollen wir noch ein bisschen über die Unternehmensseite der Beziehungsstrudel reden oder haben wir mehr Spaß mit den kulturellen Unterschieden?
00:07:40: Auf
00:07:40: gar keinen Fall.
00:07:41: Es geht rein in die Folge.
00:07:43: Schön, dass ihr dabei seid.
00:07:44: Wir sprechen heute über die drei Bindermittel, die jede berufliche Beziehung tragen.
00:07:51: Und lieber immer, rein geht es in das erste Bindermittel.
00:07:56: und du sagst, Vertrauen ist eigentlich das Wichtigste im Arbeitskontext.
00:08:01: Warum?
00:08:02: Ganz einfach, weil egal, was wir an Techniken oder an Methoden anwenden, in Wirklichkeit wirkt nur das Vertrauen.
00:08:14: Vertraue ich meinem Chef, vertraue ich als Chef meinen Mitarbeitern, dass sie auch gute Leistung bringen wollen?
00:08:23: oder halte ich sie für in Wien, würde man sagen Orvezara oder Tachinierer, also Leute, die die Zeit herunterziehen, ohne aktiv etwas zu tun, damit sie ihr Gehalt bekommen?
00:08:41: und das wäre eigentlich auch Betrug, aber Entscheidend ist eine Erfahrung und eine Erkenntnis noch dazu aus einer wissenschaftlichen Untersuchung.
00:08:54: Die Mitarbeiter, die ein Unternehmen verlassen, geben als Grund dafür an zu sechzig Prozent, es war der Chef.
00:09:06: Ich wurde nicht anständig geführt.
00:09:09: Die anderen geben zu über dreißig Prozent an.
00:09:15: Es war das Arbeitsklima.
00:09:18: Ja.
00:09:19: Und wenn du dann fragst, ja, wer ist denn zuständig für dieses Arbeitsklima, dann kommt wieder der Chef.
00:09:27: Und da sind wir bei neunzig Prozent.
00:09:29: Also, neunzig, fünfundneinzig Prozent der Leute.
00:09:33: Und das sind meist gute Leute, die gehen und woanders hingehen für weniger Gehalt, aber für eine bessere Arbeit.
00:09:42: Umwelt, ein besseres Arbeitsklima, eine bessere Form des geführtwerdens, die sind dann einfach weg.
00:09:53: Und das
00:09:53: ist dramatisch, das können wir uns alle nicht erlauben.
00:09:56: Ja, und vor allem klagen wir über Fachkräftemangel.
00:09:59: Nein, es sind genug da, es fehlt an den echten guten Führungskräften.
00:10:05: Und das sind Leute, die ihr Geschäft das führen.
00:10:11: nicht in irgendeiner Business School oder einer Wirtschaftsunne gelernt haben, sondern sich erworben haben, durch etwas, was dort überhaupt nicht auf dem Programm steht, nämlich Persönlichkeitsentwicklung.
00:10:28: Was habe ich?
00:10:31: Welche Fähigkeiten bringe ich mit?
00:10:33: Welche innere Haltung bringe ich mit?
00:10:38: Und dann... weiter an dieser inneren Haltung zu arbeiten, um dann auf einer Aug-in-Aug-Situation statt von oben herunter mit meinen Mitarbeitenden, und das ist das andere Bindermittel, kommunizieren.
00:10:58: Imre, du sagst, du sagst, die haben das nicht gelernt oder es geht da um eine Haltung.
00:11:04: Wenn wir jetzt nochmal auf das Thema Vertrauen kommen, woher, und du hast ja auch von Studien gesprochen, die es dazu gibt.
00:11:09: Ja, ja.
00:11:10: Worin ist das begründet, dass wir erst oder viele, viele Führungskräfte erst mal denken, Mitarbeiter würden sie um die Zeit bescheißen, wie man bei uns im Rheinland sagt?
00:11:21: Ja.
00:11:21: Na ja, gut, zum Teil sind es, also es gibt zwei Arten.
00:11:27: oder zwei Wege, wie man bei uns heutzutage Führungskraft wird.
00:11:31: Das eine ist, du bist der Top-Verkäufer, der die besten Zahlen hat, dann wirst du vielleicht irgendwann mal, weil die Belohnungssysteme nicht mehr ausreichen, wirst du dann Vertriebsdirektor.
00:11:51: Und was heißt
00:11:53: das?
00:11:53: Von der Fachkraft zur Führungskraft.
00:11:56: Von Führung, null Ahnung, aber sehr viel Ahnung vom Fach.
00:12:01: Und jetzt bist du da ein engagierter Mitarbeiter vielleicht, dem gesagt wird, das was du am besten kannst, das darfst du nicht mehr machen.
00:12:13: Und der sagt, warum?
00:12:16: bin ja auch da beteiligt.
00:12:18: Ich gehe mal hinein und ich werde trotzdem verkaufen.
00:12:21: und dann siehst du in Geschäften, wo der Chef kommt und sagt, Moment mal, nein, nein, nein, komm, lieber Kunde, versuchen sie und übernimmt und seine Mitarbeiter auf die Seite schiebt.
00:12:34: Und das andere sind Leute, die vom Fach gar nichts verstehen, aber irgendeine tolle Management-Schule gemacht haben.
00:12:45: Die kommen daher mit jeder Menge Fachwissen und Statistiken und Mann tut und die sind und so weiter mit Methoden.
00:12:58: Und ich habe mir die Curricula von so vielen MBAs angeschaut.
00:13:05: An spätestens fünfter aber meistens an zweiter Stelle steht Sie lernen die Mitarbeiter zu motivieren.
00:13:16: Da muss ich jetzt schon wieder schmunzeln.
00:13:18: Ja, natürlich, aber das ist genau die Reaktion des Mitarbeiters.
00:13:23: Setz dich einmal in die Situation eines Mitarbeiters und dein Chef ist ausnahmsweise nicht einmal so verschlagen, sondern sagt ganz offen, liebe Birgit, ich möchte dich motivieren.
00:13:38: Ich glaube, ich würde ihm das Vögelchen zeigen.
00:13:41: Ja, wahrscheinlich, aber mit Recht, denn es bedeutet, Entschuldige, wenn ich dir sage, ich möchte dich motivieren, dann heißt das als Aussage von mir, liebe Birgit, du bist nicht motiviert, du tach ihn erst.
00:13:56: Du machst viel zu viele Pausen, du arbeitest viel zu wenig, aber ich möchte dich irgendwie dazu bewegen, eine bessere Mitarbeiterin zu werden, weil momentan bist du schlecht.
00:14:10: Wer freut sich über so eine Ansage?
00:14:13: Wer sagt, ich habe das mit einer bekannten, ausprobiert, die auch in Führungskräfte Coaching ist, die sagt, na, motivier mich mal.
00:14:25: und lehnt sich zurück, verschränkt die Arme und schaut mich an.
00:14:30: Motivier mich doch.
00:14:32: Keine Chance.
00:14:34: Also ich bin ja so ein großer Fan von, übrigens auch Österreicher Peter Drucker von der Drucker Logik.
00:14:43: Wo es darum geht, die Wirkung zu erhöhen und nicht mein persönliches Wachstum, sondern ich möchte gerne, dass eine Führungskraft mal die, die, das, was ich bewirke, das, was ich gestalten kann, erhöht.
00:14:56: Das wäre mein Wunsch an der Führungskraft.
00:14:58: Ja, das ist auch eine sehr gute Überlegung.
00:15:03: Das stammt eigentlich auch von diesem Money to Prinzip.
00:15:09: Ah, erzähl.
00:15:10: Ich kann es auch.
00:15:11: Es unter anderem Namen, aber mir gefällt es als Manitu-Prinzip und es ist ein Gebet an den indianischen Obergott Manitu.
00:15:23: Großer Manitu.
00:15:26: Gib mir den Mut und die Kraft, jene Dinge zu verändern, die ich verändern kann und die Geduld und die Demut, jene Dinge zu ertragen.
00:15:41: die ich nicht verändern kann.
00:15:44: und um die Weisheit.
00:15:46: Gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu untersteigen.
00:15:50: Genau, siehst du, du kanntest es, obwohl du nicht wusstest, dass man nicht du drinst.
00:15:56: Das wusste ich nicht.
00:15:58: Ja, und dementsprechend sagt Peter Drucker, erhöht doch die Wirksamkeit.
00:16:06: Was heißt das?
00:16:08: Konzentriert euch auf die Dinge, die ihr verändern könnt.
00:16:12: Und lasst die Dinge, wo ihr nichts ändern könnt, einfach beiseite.
00:16:17: Das ist so.
00:16:18: Du, ihr könnt das Wetter nicht verändern.
00:16:22: Ihr könnt die grundlegenden Entwicklungen auf dem Weltmarkt nicht verändern.
00:16:29: Aber ihr könnt innerhalb eures Rahmens sehr, sehr viel verändern, sehr viel bewegen.
00:16:37: Und schau, ich bin zur... Arbeit mit Führungskräften.
00:16:43: aus einer einfachen Überlegung gekommen.
00:16:46: Angenommen, ich habe in einem Lehrgang, was ich intern bei verschiedenen Firmen immer wieder mal gemacht habe, Führungskräfte-Lehrgang ein halbes bis ein ganzes Jahr in verschiedenen Modulen aufgeteilt, wenn diese Führungskräfte zehn bis zwölf, fünfzehn sagen wird.
00:17:10: Nach diesem Lehrgang bessere Führungsarbeit leisten, dann haben die im Durchschnitt von zehn Führungskräften hundert bis hundertfünfzig Mitarbeiter.
00:17:24: An diesen Mitarbeitern hängen im Durchschnitt vier bis fünf Personen, entweder Partner-Partnerin und Eltern oder Partner-Partnerin und Kinder, Großeltern, was auch immer, aber im Durchschnitt vier bis fünf Personen.
00:17:38: Dann sind wir bei siebenhundertfünfzig Leuten, denen es allen besser geht, wenn der eine Chef besser führt.
00:17:52: Großartig, großartig.
00:17:54: Du lass uns nochmal auf dieses Thema Vertrauen im Arbeitsalltag schauen.
00:18:02: Wir haben jetzt gerade schon ein paar Idee gegeben, wie es entstehen kann.
00:18:06: Ja, natürlich.
00:18:09: Was sind denn Wahnsignale, die zeigen, dass das Vertrauen bröckelt?
00:18:13: Wahnsignale, dass das Vertrauen bröckelt ist, sind zum Beispiel reduzierte Kommunikation.
00:18:20: Der Mitarbeiter, der früher regelmäßig zu mir kam und mir nur berichtet hat vielleicht, kommt auf einmal nicht mehr.
00:18:29: Ich komme in einen Bereich, wo meine Mitarbeiter eifrig im Gespräch waren.
00:18:36: Sobald ich hereinkomme, wird es ruhig.
00:18:38: Und alle schauen mich erwartungsvoll an.
00:18:42: Und ich weiß nicht, dass Sie auf einem Beweis meines Vertrauens zu Ihnen warten.
00:18:48: Ja.
00:18:49: Kannst du unseren Hörern vielleicht so etwas jetzt mitgeben, dass wir irgendwie so eine kleine Geste haben, wie ich dann in so einer Situation ... oder auch außerhalb dessen Vertrauen stärken kann?
00:19:00: Ich denke, Vertrauen ist, wie auch Liebe, ein sogenanntes freies Geschenk, das jeden Tag erneuert wird.
00:19:11: Also das heben wir uns dann für die familiären Beziehungen auf.
00:19:17: Aber hier das Vertrauen, das heißt, ich vertraue dir, dass du mir gut gesonnen bist.
00:19:25: dass du mich nicht bescheißt, wie du es so schön genannt hast, das haben wir in Wien übrigens auch, sondern dass du mit guter Absicht für mich und uns, und natürlich auch für die Firma, mit mir handelst, mit mir sprichst, an mich herantritt, statt... Hauptsache, die Firma hat ihre Prozente und was mit dir ist, ist egal.
00:19:56: Mitarbeiter sind ja austauschbar und wenn du nicht willst, erwarten schon hundert andere in China oder in Taiwan oder in Rumänien.
00:20:06: Und das ist aber nicht das Vertrauen, dass wir brauchen.
00:20:12: Vertrauen heißt zum Beispiel, dass ich meine Jahresgespräche.
00:20:19: wirklich führe als Jahresgespräch.
00:20:24: Das heißt dann, ich lade den Mitarbeiter ein zu diesem Gespräch, ist für alle zunächst einmal Angst erfüllt, oh je, was passiert da?
00:20:35: Und dann beschränke ich mich in der Zeit, die wir haben und ich übrigens peinlichst einhalte, weil sonst ist das sofort ein Zeichen von Nichtbeachtung.
00:20:50: mangelten Respekt vor dem Mitarbeiter.
00:20:54: Es ist dieses eine Gespräch, das entscheidet, wie, mit welcher Haltung, mein Mitarbeiter ab jetzt mit mir zusammenarbeiten wird.
00:21:06: Jetzt sagst du, da muss ich direkt mal reingehen.
00:21:07: Jetzt sagst du, das halte ich peinlich ein.
00:21:10: Ich erinnere mich an Jahresgespräche, die in der Tat manchmal ausgearbeitet sind, die ich aber als dir angenehm gefunden habe.
00:21:17: Weil ich dann gemerkt habe, hey, wir sind jetzt mit unserem Jahresgespräch eigentlich durch den Regen jetzt gemeinsam über Zukunftsthemen.
00:21:23: Also ich fand das auch wertschätzend, dass ich als Mitarbeiterin Zeit bekommen habe, dass mein Chef sich mehr Zeit genommen hat als ursprünglich angeplant.
00:21:34: Aber da sagst du, Nein, trennt das sauber.
00:21:36: Doch,
00:21:36: doch, entschuldige, entschuldige.
00:21:39: Was ich meine, die Beginnzeit muss bündlich eingehalten werden.
00:21:45: Wenn wir für fünfzehn Uhr dreißig verabredet sind, dann ist das Chef schon um fünfzehn Uhr zwanzig da und bereit für das Gespräch.
00:21:57: Nicht das um fünfzehn Uhr dreißig.
00:21:58: Ach, Entschuldigen Sie, ich muss noch schnell dieses Telefonarzt führen.
00:22:03: Und da ist noch eine E-Mail, die muss ich schnell beantworten, sondern fünf Minuten vorher ist der Chef ready und bereit für das Gespräch.
00:22:12: Du weißt, die Rheinländer nach hinten rausverquatschen die sich immer, ne?
00:22:15: Ja, das ist okay.
00:22:17: Ich muss mir auch für ein Gespräch, obwohl es nach meiner Meinung nur drei Themen zunächst hat, eben für das Quatschen nachher mindestens eineinhalb bis zwei Stunden planen.
00:22:35: Jetzt mache ich das zu Ende.
00:22:37: Du hast dein Fass geöffnet.
00:22:41: Die drei Themen sind, erstens, was hat in unserer Zusammenarbeit im vergangenen Jahr gut funktioniert?
00:22:53: Damit steig ich ein mit etwas Positiven.
00:22:55: Richtig.
00:22:57: Zweitens, was wollen wir, und da ist der Mitarbeiter genauso gefragt wie der Chef, was wollen wir gemeinsam an unserer Zusammenarbeit im kommenden Jahr verbessern?
00:23:13: Und die dritte Frage ist, wohin soll bzw.
00:23:19: möchte sich die Mitarbeiterin im kommenden Jahr entwickeln?
00:23:25: Welche Schulungen möchte sie machen?
00:23:28: Welche zusätzlichen Kompetenzen möchte sie erwerben?
00:23:32: Was interessiert sie, um weiterzukommen?
00:23:37: Und was kann ich als Chef ihr ermöglichen?
00:23:41: Ja toll, sehr
00:23:42: gut.
00:23:43: Und das sind die drei Themen aus.
00:23:46: Fehler uninteressant, weil sie sind ja im Verbesserungsthema drinnen.
00:23:51: Alles, was nicht funktioniert hat, ist ein Verbesserungsthema statt auf den Kopfhauthema und auf den Nägelhauthema, mit dem Lineal vielleicht noch, sondern es ist, und das ist auch ein Zeichen von Vertrauen.
00:24:11: Das ist ein Zeichen von Vertrauen.
00:24:13: Und was ich jetzt gerade ganz schön finde, das ist so eine gute Überleitung.
00:24:16: Wir haben ja zu Beginn von drei Bindermitteln in unserem Strudel gesprochen.
00:24:20: Und das zweite Bindermittel ist Anerkennung.
00:24:23: Und ich finde gerade dieses Beispiel, was du jetzt gebracht hast mit dem Einstieg in das Jahresgespräch, die Anerkennung dessen, was der Mitarbeiter, die Mitarbeiter im vergangenen Jahr geleistet gemacht hat, beigetragen hat zur Wirkung, kann man wieder mal dazu, das Unternehmens.
00:24:39: Das ist ja schon jetzt auch eine sehr schöne Überleitung.
00:24:42: Warum fällt das denn vielen Menschen so schwer, wie das mit dieser Anerkennung?
00:24:46: Ich sage es dir aus einer, nicht nur aus einer, aus vielen Gesprächen mit Führungskräften.
00:24:55: Anerkennung ist etwas, was sie selber nicht bekommen und so gerne hätten.
00:25:03: Und weil ich es nicht kriege, gebe ich es auch nicht her.
00:25:07: Und umgekehrt wäre es aber... sinnvoll zu erkennen, dass ein ganz großer Unterschied besteht zwischen Anerkennung und Lob.
00:25:19: Sie sind mein bester Mitarbeiter.
00:25:23: Da stellen sich hoffentlich alle Haare hinten auf.
00:25:27: Weil was kommt jetzt?
00:25:29: Das Wochenende kann ich vergessen.
00:25:32: Zusätzliche Arbeit.
00:25:35: Jetzt nach Hause gehen wird nicht funktionieren.
00:25:40: Es ist sogenanntes Plastiklob.
00:25:44: Ja, ja.
00:25:45: Und das andere ist die Anerkennung, die sagt, ich habe gesehen, wie Sie diesen Kunden betreut haben und wie der von Ihrer Beratung her inspiriert war, viel, viel mehr zu kaufen, als du ursprünglich kaufen wollte.
00:26:03: Herzlichen Glückwunsch.
00:26:05: Wunderbar gemacht.
00:26:06: Und dann noch vielleicht ein Wort, das uns als Führungskräften wahnsinnig schwer fällt.
00:26:12: Ich lasse mich retten.
00:26:13: Darf ich sagen, ich wollte es gerade sagen.
00:26:15: Oh, das war's.
00:26:16: Entschuldige.
00:26:18: Danke.
00:26:19: Danke.
00:26:20: Ein einfaches Danke.
00:26:23: Und lieber Hörer.
00:26:24: Wir machen diese Folge des Beziehungsstrudels rund um das Thema Business Arbeitswelt, aber schon mal so ein kleiner Spoiler, das was ihr hier hört, ihr könnt es so eins zu eins ins Privatleben übertragen.
00:26:37: Nein, überhaupt nicht.
00:26:38: Dazu müssen wir erst die nächste Folge gehört haben.
00:26:43: Kommen Sie dran, wir haben noch viele, viele andere Tipps für Sie.
00:26:47: Aber
00:26:48: das ist so.
00:26:49: Ist das eigentlich ein Unterschied zwischen Männern und Frauen?
00:26:51: Ich erlebe das ganz häufig.
00:26:53: Ich mache einen kleinen Ausschweck.
00:26:55: Im Redo musste ich leider daran gewöhnen, lieber höre ihr auch.
00:26:58: Ab und zu werde ich aus dem Strudel ausbrechen und einen kleinen Schwenk machen.
00:27:03: Ja, ganz kurz.
00:27:04: Ist das etwas, was Frauen leichter fällt?
00:27:05: Ich erlebe Frauen auch sehr häufig in der Anerkennung.
00:27:08: Wir gehen, als du bist, als Gast irgendwo eingeladen, das Erste, was gesagt wird, wunderschön hast du es hergerichtet, tolle Dekoration, was siehst du gut aus?
00:27:17: Ist dann, wenn ich das jetzt auf das Arbeitsumfeld übertrage, Gibt es einen Unterschied?
00:27:24: Loben und... oder nein, nicht Loben.
00:27:27: Fällt Frauen an Erkennung leichter als Männern?
00:27:32: Ja, eine wunderschöne wienerische Antwort darauf.
00:27:37: Einerseits fällt es ihnen leichter von ihrer Natur her, weil sie das Schöne suchen.
00:27:45: Andererseits... Das
00:27:46: hast du schön gesagt.
00:27:47: Das hast du sehr schön gesagt.
00:27:49: Dankeschön.
00:27:50: Ja.
00:27:51: Und zweitens aber fällt es ihnen schwerer im betrieblichen Umfeld, weil sie sich oft nicht trauen.
00:28:02: Es fehlt der Mut zum Beispiel aus zu hoher Autoritätsscheu.
00:28:10: Dem Chef kann ich doch nicht sagen, dass er ein guter Chef ist, oder dass ich mich von ihm gut betreut fühle.
00:28:16: Ja, es gibt doch sowas.
00:28:17: Man darf nur von oben nach unten loben und nicht umgekehrt.
00:28:22: Gilt das auch für Anerkennung?
00:28:26: Nein, es gilt überhaupt nicht.
00:28:28: Jeder Mensch hat gerne Anerkennung.
00:28:30: Und ja, es wird die Anerkennung manchmal missbraucht als sein Machtinstrument.
00:28:38: Ich habe die Macht, dich zu beurteilen.
00:28:41: Ich habe die Macht, dich zu bewerten.
00:28:44: Und ich nutze meine Macht, indem ich dir nix sage.
00:28:50: Also Verweigerung von Anerkennung ist eine der schlimmsten Sachen für das Vertrauen, für die Beziehung überhaupt, weil irgendwann der Chef nicht mehr präsent ist.
00:29:03: Also ja, ich muss Anerkennung... wenn sie angebracht ist, zeigen.
00:29:11: Also nicht, oh, sie haben die Tür schön hinter sich geschlossen, das ist keine Anerkennung.
00:29:18: Ja, und auch keine Anerkennung, dass man so merkt, das macht er jetzt um mich zu motivieren.
00:29:23: Ja,
00:29:25: ich hatte so eine Chefsekretärin, die eigentlich besser war als ihr Chef und der legte am Freitag um Etwas noch auf den Tisch, bitte, das brauche ich unbedingt, Montag, morgen, acht Uhr.
00:29:44: Sie macht das jetzt am Freitagabend fertig, also ist ungefähr um neunzehn Uhr fertig damit, legt es auf den Schreibtisch ihres Chefs und sieht seinen offenen Kalender, in dem steht, Frau Müller-Loben.
00:30:02: Die hat gesagt, ich mache noch nie wieder etwas.
00:30:07: übers Wochenende.
00:30:08: für den, der sich nicht merken kann, dass mir für das, was ich gemacht habe, dass ich ein Teil meines Wochenendes geopfert habe, das mir da Anerkennung gehört.
00:30:20: Nicht Lob, Anerkennung.
00:30:22: Das muss er einfach wissen und Anerkennen, ohne es in seinen Kalender zu schreiben, egal wie viel er zu tun hat.
00:30:29: Ich bin ja schon froh, dass der Name stimmte.
00:30:36: Oder dass Frau Müller nicht im Kalender gesehen hat, der Termin ist erst um vierzehn Uhr.
00:30:41: Ja, oder ganz schlimm noch das, und das habe ich auch schon erlebt, dass diese Arbeit, die Frau Müller am Freitag, Nachmittag bis Freitagabend gemacht hatte, nach drei Wochen noch genauso dort lag, wie sie sie hingelegt hatte.
00:30:57: Ja, ja.
00:30:58: Also tut mir leid, Wertschätzung.
00:31:04: ist auch in der Form von Anerkennung im Sinne von, lass mich gern den Scheiß machen.
00:31:11: Imre, man könnte meinen, wir zwei wären so ein eingespieltes Team.
00:31:17: Wir lassen unsere Höhre jetzt mal gerade so einen kleinen Blick hinter die Kulissen einer Podcastproduktion machen.
00:31:23: Wir haben uns über drei Stichwochte heute verständigt, über diese drei Bindermittel.
00:31:26: Wir haben nichts geskriptet.
00:31:28: Hier liegen keine Blätter auf dem Tisch, sondern wir führen ein Gespräch, als wir wirklich im Wiener Caféhaus beinahe.
00:31:39: bist mega im Bauen von Überleitungen, von Bindemittel zwei der Anerkennung zu Bindemittel drei Respekt.
00:31:47: Das ist wirklich, als hätten wir es uns so aufgeschrieben und vorgenommen.
00:31:53: Weil das finde ich jetzt auch wirklich spannend, wie sich das nochmal unterscheidet.
00:31:58: Also Respekt und Anerkennung.
00:32:00: Wir brauchen beides, aber wo ist da jetzt die Abgrenzung?
00:32:03: Die Abgrenzung ist prinzipiell im Umgang mit anderen Menschen, ist Respekt.
00:32:12: Die Basis, auf der zum Beispiel Anerkennung ruht, auf der aber auch Vertrauen ruht.
00:32:21: Ich will von meinem Chef nicht geliebt werden.
00:32:25: Und umgekehrt, ich als Chef will nicht geliebt werden, aber respektiert.
00:32:32: als Mensch, als jemand, der auch etwas im Kopf hat und nicht eine nackte Maschine ist, mit lauter Schrauben und Winkeln und Rotoren, sondern ein Mensch.
00:32:48: Ich möchte menschlich von einem Menschen als Mensch behandelt werden.
00:32:55: Und dazu gehören ganz einfache Sachen dazu, wie nicht irgendeine Arbeit machen lassen, die dann für den Papierkorb ist, nicht unnötige Sachen machen lassen, manchmal auch erklären, wofür etwas wichtig ist.
00:33:14: Nicht bloß sagen, das ist irrsinnig wichtig, machen Sie das, sondern schauen Sie, wir haben am Montag unerwarteten Besuch von diesen Kunden.
00:33:25: Die wollen bei diesem Besuch einen Entwurf für ihre Maschinen haben und vor allem eine Kalkulation, was die ungefähr kosten.
00:33:37: Wäre es ihnen möglich, diese Arbeit bis Achtur fertig zu haben, weil wir sie sehen, kommen die um neun und ich möchte es mir natürlich vorher anschauen, damit ich auch weiß, worüber ich rede.
00:33:52: Und ich werde selbstverständlich erwähnen, dass sie da einen großen Anteil daran haben.
00:34:00: Das fällt Führungskräften extrem schwer.
00:34:04: Nein, sie haben alles selber gemacht, sie haben auch Rom alleine erbaut und den Himmel und die Hölle und alles sonst dazu.
00:34:12: Alles haben sie gemacht.
00:34:13: Nein, Anerkennung heißt auch und Wertschätzung, ja.
00:34:19: Meine Mitarbeiter haben da ganz tolle Arbeit geleistet und ich bin stolz auf mein Team.
00:34:27: Wo hören sie das?
00:34:29: Ich habe ein tolles Team.
00:34:31: Ja, das ist was anderes.
00:34:32: Aber das habe ich gemacht.
00:34:35: Meine Mitarbeiter sind großartig.
00:34:38: Sie verstehen, worum es geht und ich kann ihnen und jetzt kommt das magische Wort.
00:34:45: Ich kann mich auf sie verlassen.
00:34:47: Ich kann ihn dann voll vertrauen.
00:34:51: Ja, und du sagst ja auch mit dem Respekt.
00:34:54: Weißt du, wir haben so oft das Wort bemüht oder das Bild bemüht, dass wir einander auf Augenhöhe begegnen sollten.
00:35:01: Und
00:35:04: das ist auch so etwas, das hört sich immer nett an und dann sieht man LinkedIn-Post, da wird darüber berichtet und Führungskräfte erzählen, wie wichtig ihnen das ist und dass ihnen das selbstverständlich ein Anlegen ist.
00:35:15: Und zwischen... dem das Schreiben, sich Sagen hören und in der Umsetzung hinterher daran scheitern, ist leider auch kein allzu großer Weg.
00:35:27: Und ich finde dieses Thema Respekt, das ist ja, wenn es gut läuft, schon wichtig, aber ganz besonders dann, wenn wir in Krisen, in Konflikten sind.
00:35:39: Welche Großbedeutungen hat Respekt in schwierigen Phasen?
00:35:45: Danke dir für dieses wunderbare Hölzlein, dass du mir würfst.
00:35:49: Ja, das könnte jetzt mal doch.
00:35:51: Ja, denn es geht ja nicht immer so rund und locker und alles nach Wunsch.
00:35:58: Dann gibt es meistens auch schwierige Situationen.
00:36:03: Welche Situation ist schwierig?
00:36:06: Die Schwierigkeit liegt nie in der Situation, sondern da ist etwas, damit tue ich mir schwer.
00:36:14: Und das heißt, genau hier brauche ich meine Führungskompetenz, um das sogenannte Schwere als normal zumindest zu klassifizieren, ebenso damit umzugehen.
00:36:30: Und selbst wenn ich der Meinung bin, mein Mitarbeiter hat einen Fehler gemacht, er hat etwas falsch gemacht.
00:36:38: Dann ist es ganz bestimmt respektlos.
00:36:42: Und die falsche Methode ihm eine auf den Kopf zu hauen.
00:36:48: Eine so mal eine auf die Rübe, wie Otto sagt.
00:36:52: Ja.
00:36:53: Dann habe ich meine Mühe... Kommst
00:36:54: du mit Otto?
00:36:55: Kommst du jetzt mit Otto, weil du mich jetzt hier als aus Friesen mit deinen Ämternkenntnissen beeindrucken möchtest?
00:37:03: Sag
00:37:04: mal!
00:37:04: Nee,
00:37:06: ich war immer ein großer Fan von Otto.
00:37:09: Aber da hatte er eine Freundin und die war total Vegetarierin, zumindest in der Story, die er erzählt hat.
00:37:17: Ja.
00:37:18: Und dann am Schluss sagt er, und dann hau ich dir deine Möhren achtkantig um die Ören.
00:37:31: Aber ich maße mir nicht an zu behaupten, dass ich Ostfriesisch oder Söters oder Platt wirklich verstönde, wenn es daher geht.
00:37:39: Hauptsache du verstehst den Humor.
00:37:41: Nein, der Humor ist absolut großartig.
00:37:44: und auch hier, wenn wir schon dabei sind, es ist etwas schief gelaufen.
00:37:50: Manche glauben, es ist humorvoll, den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin dann zu verspotten.
00:37:58: Ah ja,
00:37:59: ah ja.
00:38:00: Ja, Klassiker.
00:38:01: Wie toll
00:38:01: Sie das wieder hingekriegt haben.
00:38:04: Ja, Klassiker.
00:38:06: Den Kunden können wir vergessen.
00:38:08: Dankeschön.
00:38:10: Oder solche Sachen.
00:38:11: So
00:38:11: mit Ironie dann auch daran zu gehen, so scharf zu werden.
00:38:14: Das
00:38:14: ist absolut respektlos.
00:38:17: Aber ich habe als Führungskraft eine grundsätzliche Aufgabe.
00:38:24: Ich muss alles tun, damit mein Unternehmen weiter kommt.
00:38:30: Und jetzt ist die Frage, was bringt es mein Unternehmen weiter, wenn ich diesen Mitarbeiter zusammenscheiße?
00:38:39: Null.
00:38:40: Er ist frustriert, vielleicht auch enttäuscht von sich selber, aber auch vom Chef.
00:38:48: Und damit passiert aber nichts Positives.
00:38:52: Wenn ich aber zu den Mitarbeiter komme und zuerst einmal überfragt, Überhaupt Frage, sagen Sie mal, was ist denn da schief gelaufen?
00:39:02: Und er mir sagt, ja, ich hatte diese Instruktionen und die habe ich angewendet und daher ist das aber schief gegangen.
00:39:11: Also es standet was in den Anweisungen, das nicht funktioniert hat.
00:39:15: Wir müssen die Anweisungen überarbeiten.
00:39:19: Trauen Sie sich zu, dass Sie die Anweisungen neu verfassen und überarbeiten?
00:39:26: Wir sind jetzt immer bei dem Thema dran, dass die Führungskraft die Fehler macht.
00:39:34: Ich möchte es dir aber trotzdem so ganz einfach machen, ist die hier nicht zum Ausstieg.
00:39:39: Es gibt ja auch begründete Fälle, in welche Richtung.
00:39:46: Aber es gibt begründete Fälle, dass Respekt verloren gegangen ist.
00:39:50: Das ist in Beziehungen so.
00:39:52: Und jetzt ist für mich... Die große Frage, und das ist die letzte, mit der ich heute an dich herantrete, lässt sich Respekt wiederherstellen.
00:40:01: Selbstverständlich.
00:40:02: Und erstens, Entschuldige, ich muss da ein bisschen ausholen, auch wenn du auf die Uhr schaust.
00:40:09: Nein, ich
00:40:09: schaue nicht auf die Uhr.
00:40:13: Wir sind in Wien.
00:40:14: Also, wenn wir hier keine Zeit haben, wir haben es gemütlich beieinander.
00:40:18: Wir sitzen in einem Hotel, in einem Sessel.
00:40:23: Also, wir haben keine Eile.
00:40:25: Also, Bier geht.
00:40:26: kurz gesagt, selbst wenn ich das Vertrauen in einen Mitarbeiter total verloren habe, kann ich ihm das auch respektvoll mitteilen.
00:40:39: Und was ist, wenn ich den Respekt verloren habe?
00:40:42: Was ist, wenn ich wirklich sage, boah, du hast mich jetzt dreimal hintergangen.
00:40:46: Ich weiß, dass da einfach Sachen sind, wo du dich richtig doof verhalten hast.
00:40:51: Ich bin wirklich... enttäuscht, sauer.
00:40:55: Ich kann dich nicht mehr respektieren.
00:40:57: Gelingt das?
00:40:58: Auch das hat man ja in privaten Beziehungen.
00:41:00: Ja, nein, aber es geht noch mal nicht so sehr um den Verlust von Respekt, sondern um den Verlust von Vertrauen.
00:41:07: Weil das die Basis ist?
00:41:08: Weil das die Basis
00:41:09: ist und deshalb werde ich auch diesen Abschied, diese Entschuldige, lieber Herr Meier, lieber Herr Meier, kommen Sie zu mir.
00:41:19: Wir hatten jetzt dreimal Erhebliche Meinungsverschiedenheiten, wie etwas gemacht werden sollte und sie haben es nie so gemacht, wie ich wollte.
00:41:33: Das ist leider nicht mehr für mich tragbar.
00:41:38: Und in welcher Form wollen wir unsere Zusammenarbeit beenden?
00:41:43: Sollen wir sie entlassen oder wollen sie eine einvernehmliche Kündigung?
00:41:48: Bitte besprechen Sie das am kommenden Montag mit unserem Personalchef und der wird für beide Fälle und für alle Fälle die Papiere bereit haben.
00:41:59: Das ist aber die Exit-Strategie.
00:42:01: Ich frage dich jetzt, ich frage dich jetzt, was ist, wenn ich sage, dieser Mitarbeiter ist dreimal entgegen meines Vorschlags gehandelt und ich möchte ihn aber halten.
00:42:12: Die Frage ist, lässt sich Respekt mit dieser Person wieder herstellen?
00:42:16: Ja, selbst da, glaube ich, hast du eine Möglichkeit, den Respekt wieder herzustellen, indem du diesen Mitarbeiter zu einem Gespräch einlässt und sagst, Herr Huber, um mal für jemand anderen zu nehmen.
00:42:32: Wie erleben Sie denn, wenn Sie die letzten drei Monate anschauen, unsere Zusammenarbeit?
00:42:40: Und dann, das ist eine vollkommen respektvolle Frage.
00:42:44: Absolut.
00:42:45: Auf Augenhöhe.
00:42:46: Ja, ja.
00:42:47: Und dann habe ich die Gelegenheit zu sagen, mein Eindruck ist, dass Sie in vielen Situationen wirklich hervorragende Arbeit leisten und manche Situationen einfach liegen lassen, unerledigt.
00:43:08: Und das macht mir Sorge, weil das sind zum Teil sehr heikle bis vielleicht sogar finanziell gefährliche Dinge.
00:43:19: Und die brauche ich aber von Ihnen auch.
00:43:25: mit ihrem wachsamen, gut geschulten Auge beachtet.
00:43:31: Und jetzt kommt der Hammer.
00:43:34: Was brauchen Sie von mir dazu, damit Sie das auch tun?
00:43:43: Immer, wie schön.
00:43:45: Ja, und damit liegt dabei...
00:43:46: Weißt du, was das ist?
00:43:47: Das ist eine ganz andere Geisteshaltung.
00:43:50: Ja, natürlich.
00:43:51: Das ist eine ganz andere
00:43:52: Haltung.
00:43:52: Ich gehe davon aus.
00:43:54: Ich gehe davon aus, und das ist die Haltung.
00:43:56: Und Führung ist Haltung.
00:43:59: Ich gehe davon aus, dass jemand, der bei mir arbeitet, gute Arbeit abliefern will.
00:44:07: Seinen Job gut machen will.
00:44:10: Und da ist dann eines der Themen vielleicht die Abklärung der Rolle.
00:44:15: Manche Mitarbeiter wissen nicht genau, wofür sie zuständig sind.
00:44:19: Ich hatte einen Workshop mit einer Gruppe von fünfzehn Leuten, alle in der gleichen Abteilung, aber für verschiedenste Dinge zuständig.
00:44:28: Und der Abteilungsleiter war da auch und er nahm mich bei Seite, noch bevor Beginn des Workshops und sagt, ich muss Ihnen sagen, Ich bin nur zu fünfzehn Prozent meiner gesamten Aufgabenliste für dieses Team verantwortlich.
00:44:47: Aber bitte sagen Sie das denen nicht.
00:44:50: Also ich habe sehr viele andere Aufgaben, die sind so nebenher.
00:44:55: Fünfzehn Prozent ist nicht viel.
00:44:58: Und dann habe ich mit denen tatsächlich eine Inventur gemacht.
00:45:04: Welche Produkte haben Sie?
00:45:07: Was braucht man für diese Produkte also?
00:45:10: Head of Sales, Buchhaltung, Planung, bla bla bla und so weiter.
00:45:18: Und beim zweitwichtigsten Produkt kommen wir beim dritten Fach sozusagen zur Frage, ja und wer ist hier zuständig?
00:45:30: und niemand meldet sich.
00:45:33: Und darauf frage ich den Chef.
00:45:35: Ja, sagen Sie mal, wer ist da hier der Zuständige?
00:45:40: Und er sagt, ja, der Herr Weber.
00:45:42: Der Herr Weber sagt, was ich?
00:45:45: Seit wann?
00:45:47: Und das Chef sagt, seit drei Jahren.
00:45:50: Ich schwöre, das ist eine wahre Geschichte.
00:45:55: Unglaublich, unglaublich.
00:45:56: Weil du sowas nicht erfinden kannst.
00:45:58: Nein, nein, nein.
00:45:59: Und dann... War es aber trotzdem ein respektvoller Umgang, in dem wir dann gesagt haben, interessant, offenbar ist diese Information verloren gegangen.
00:46:12: Lieber Herr Weber, mit wem müssen Sie sich kurz schließen, damit Sie die Führerschaft für dieses Thema übernehmen können?
00:46:23: Was brauchen Sie dazu?
00:46:25: Wie lange brauchen Sie dazu?
00:46:27: Und kein Tadel.
00:46:31: keine Vorwürfe.
00:46:32: Einfach, okay, Sie haben es nicht gewusst, warum hätten Sie es machen sollen?
00:46:37: Ja, dass es Führungsversagen war, nicht klar zu machen, dass der Weber dafür zuständig ist.
00:46:45: Darüber brauchen wir nicht reden.
00:46:47: Aber wir wollen es bereinigen.
00:46:49: Und das ist genauso die respektvolle Haltung für alles, was bei mir im Unternehmen schiefgeht.
00:46:58: Ich habe die Absicht und den Willen, das möglichst schnell wieder zu reparieren.
00:47:08: Was hilft es mir, da jemanden zur Schnecke zu machen?
00:47:12: Er wird nur langsam für eine Schnecke und zieht sich in sein Haus zurück.
00:47:18: Und stattdessen, wenn ich ihm aber die Chance gebe, vielleicht mit mir an der Behebung des Problems zu wirken, Oder ich meine, vorhin habe ich diese Anleitung gesagt und diese Anleitung zum Beispiel selber zu korrigieren.
00:47:33: Aber manchmal hatte auch wirklich einen Fehler gemacht.
00:47:36: Oh, Entschuldigung, daran habe ich nicht gedacht.
00:47:39: Das war mir nicht bewusst.
00:47:40: Okay, wir können wir sicherstellen erstens einmal, dass das wieder ins Laufen kommt und dass sie in Zukunft daran denken.
00:47:51: Du hast für diese Folge einen spannenden Reflexionsimpuls mitgebracht, nämlich wen fragen sie um Rat und wer fragt sie.
00:48:00: Warum sagt diese Frage so viel über Beziehungsqualität im Job aus?
00:48:05: Weil diese
00:48:06: beiden Fragen sind jetzt frei.
00:48:08: Ja,
00:48:09: und trotzdem sind sie im Grunde die gleiche Frage einmal hin und einmal her.
00:48:14: Es geht um Vertrauen.
00:48:16: Wem vertrauen Sie gut genug ausreichend, dass Sie diese Person um Rat fragen?
00:48:25: Es ist speziell Rat.
00:48:28: Und wer kommt denn zu Ihnen und fragt Sie um Rat?
00:48:33: Und das ist bereits eine Beschreibung der Beziehung.
00:48:39: zu dieser Person und zu den anderen Personen.
00:48:44: Ich habe aber noch eine Zusatzaufgabe für Sie.
00:48:52: Ja,
00:48:53: das ist die Mini-Übung, die man jetzt sofort umsetzen kann.
00:48:57: Richtig.
00:48:59: Schauen Sie sich ein bisschen in Ihrem Arbeitsbereich um.
00:49:04: und sagen sie einer Kollegin oder einem Kollegen, zu dem es passt, in einem ungestörten Moment, womit sie oder er sie unlängst positiv überrascht oder sogar beeindruckt hat.
00:49:23: Mit anderen Worten, respektvolle Rückmeldung und Anerkennung von etwas, was die andere Person toll gemacht hat.
00:49:35: Nicht, du hast schon wieder oder warum musst du denn immer, sondern hey, ich habe dazugesehen und das fand ich großartig.
00:49:46: Imre, ich glaube, das war eine großartige erste Folge.
00:49:49: Ich hätte jetzt Lust auf einen zweiten Cappuccino mit dir, wenn die Mikrofone aus sind.
00:49:53: Ich glaube, das genehmigen wir uns auch.
00:49:55: Ja,
00:49:55: tun wir.
00:49:57: Und ja, lieber Hörer, heute, das war jetzt Folge eins von Beziehungsstrudel, von den Beziehungsstrudeln in Business.
00:50:05: Heute ging es um Vertrauen, Anerkennung und Respekt, also die drei zentralen Bindermittel im Arbeitsleben.
00:50:12: In der nächsten Folge sprechen wir über private Beziehungen und darüber, welche Muster wir vom Arbeitsplatz mit nach Hause tragen.
00:50:21: Vielen Dank fürs Zuhören und danke, Imre, für deine Impulse.
00:50:25: Wirklich
00:50:26: gerne.
00:50:27: Wirklich gerne.
00:50:57: Bleiben Sie achtsam und verbunden.
00:50:59: Und kommen Sie gut durch Ihre eigenen Beziehungspunkte.
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